Achilles' Ferse Der Kampf mit dem Krampf
Marathon-Läufer: Zahlreiche Ursachen für Krämpfe
Foto: Gero Breloer/ AP
Lieber Achim,
jetzt brauche ich auch mal Rat. So lange laufe ich noch nicht (etwa zwei Jahre), habe aber bislang sechs Marathons und noch mehr halbe hinter mich gebracht. Obwohl ich (34, 1,65 Meter, 58 Kilogramm) letzten Herbst auf einer hügeligen Strecke meine persönliche Bestzeit gelaufen bin (3:45 Stunden), ist in diesem Frühjahr der Wurm drin. Zwar laufe ich derzeit in den Wettkämpfen komplett im aeroben Bereich (laut Laktat-Test vor vier Wochen), aber trotzdem hatte ich zum Ende des letzten halben und auch des ganzen Marathons Magen-Probleme. Raus kommen nicht nur Flüssigkeit und festere Nahrung, die ich nach dem Lauf zu mir genommen habe, sondern ich habe auch einiges identifizieren können, was ich definitiv in der Mitte der Langstrecke bereits intus hatte. Habe kein Sodbrennen, keine Kreislaufprobleme oder Schwindel, nur das Gefühl, dass mein Verdauungstrakt während des Laufs komplett runterfährt und nicht mehr seiner Arbeit nachgehen will. Woran kann das liegen? Wie kann ich meinen Magen überlisten?
Dankbar für jeden Rat, Christina
Hallo Christina,
es ist wirklich schwer, dir zu raten. Es kann die größere Aufregung sein, also ein nervöserer Magen als sonst. Ebenso kann es auch die erhöhte Beanspruchung während eines Wettkampfes sein. Du musst es im Selbstversuch weiter ausprobieren. Es kann eigentlich nicht sein, dass alles, was im Training funktioniert, dann im Wettkampf daneben geht. Versuche es mit noch weniger Getränken während des Rennens. Achte auch auf nicht zu kühle Getränke. Und vor allem solltest du nichts trinken, was dir unbekannt ist.
Gute Läufe wünscht Jens Karraß
Liebe
Christina,
jeder Magen ist anders. Fakt ist, dass der Körper die ganze Energie für die Beine verwendet und der Magen einfach zu kurz kommt. Zu hoch dosierte Isodrinks wirken bei manchen Athleten zum Beispiel ungefähr so wie Salzsäure. Es hilft nichts: Wenn ein Magenproblem durch eine Spiegelung ausgeschlossen werden kann, wirst du ein wenig herumprobieren müssen, auch auf die Gefahr hin, dass du bisweilen mehr reierst als läufst.
Alles Gute, dein Achim
Lieber Achim,
nach meinem Urlaub möchte ich mich auf den Berlin-Marathon vorbereiten. Ich bin 66 Jahre alt und Freizeitsportler. Meine Bestzeit ist 4:33 Stunden. Es soll mein 7. Marathon werden. Ich habe noch nie Eiweißdrinks zu mir genommen. Abnehmen muss ich bis zum Start auch noch. Nun meine Frage: Sind Eiweißdrinks unmittelbar nach dem Sport ein Ersatz für eine Mahlzeit oder ein zusätzliches Angebot? Wenn ich zum Beispiel vormittags laufe, muss ich dann, wenn ich einen Eiweißdrink zu mir nehme, auf meine Mittagsmahlzeit (Obst) verzichten? Meine Hauptmahlzeit, die zugleich meine letzte am Tag ist, nehme ich gegen 18 Uhr zu mir.
Mit sportlichem Gruß, Manfred
Lieber Manfred,
ganz ehrlich: Vergiss die Eiweißdrinks. Wenn du auf eine ausgewogene Ernährung achtest, die Kalorienzufuhr begrenzt und dein Trainingspensum erweiterst, wirst du auch ohne Eiweißdrinks Gewicht verlieren.
Beste Grüße, Dirk Pajonk
Hallo Manfred,
sicher baust du aber auch auf dem positiven Aspekt auf, der eintritt, wenn du nach der Belastung konzentriert Eiweiß zuführst. Ich empfehle dir ein Mittelding: Tu es nur nach intensiven Einheiten und nach dem langen Lauf, als Extra-Unterstützung.
Viel Spaß auf dem Weg zum Berlin Marathon! Jens Karraß
Lieber Manfred,
ich schwöre auf Eiweiß-Drinks, allerdings eher direkt nach der Belastung oder vor besonders harten Einheiten. Im
neuen Achilles-"Lauf-Gourmet" findest du ein paar Rezepte für Eiweiß-Cocktails, die sogar schmecken.
Muskulösen Gruß, Achim
Hallo Dr. Dirk Pajonk, hallo Achilles-Team,
ich bin den Düsseldorf-Marathon gelaufen. Mein achter Marathon. Ich habe mich gut vorbereitet (zwölf Wochen mit je etwa 50 bis 70 Trainingskilometern). Gestern beim Lauf hatte ich nun ab Kilometer 27 mit Wadenkrämpfen zu tun, was mir dann meine angepeilte Zielzeit von etwa 3:40 Stunden versaute. Bei meinen bisherigen Marathonläufen im Gelände (Ruhrsee, Monschau) hatte ich mit Krämpfen keine bzw. wenig Probleme, auch nicht bei meinen langen Läufen. Nun die Fragen: Die Straße war feucht bis nass, sodass ich den Eindruck hatte, bei jedem Schritt einige Millimeter zu rutschen. Kann das der Grund für den Krampf gewesen sein? Kann man sich als Viel-Schwitzer mit Wasser Mineralien aus dem Körper spülen und so die Krämpfe auslösen? Was kann man generell tun, damit man von Krämpfen verschont bleibt?
Mit ausdauernden Grüßen, Axel
Lieber Axel,
rückblickend die Ursache deiner Krämpfe zu beurteilen, fällt sehr schwer. Wenn du eine gute Vorbereitung mit langen Läufen hattest und dieselben Schuhe im Rennen getragen hast, kann natürlich der feuchte, rutschige Untergrund eine Rolle gespielt haben. Es ist und bleibt aber spekulativ. Natürlich kann man als Viel-Schwitzer so viele Mineralien ausspülen, dass man Krämpfe bekommt, aber die hättest du dann normalerweise auch bei deinen langen Läufen im Training. Es hilft nur eins: Trainiere weiter und freu dich auf den nächsten Lauf - dann ohne Krämpfe!
Beste Grüße, Dirk Pajonk
Lieber Axel,
ich gebe mir am Abend vor dem Rennen immer eine doppelte Dosis Magnesium. Hilft zumindest psychologisch und auch ganz praktisch, beim kurzfristigen Gewichtsabwurf am nächsten Morgen. Vielleicht hilft dir auch diese
Liste mit Wundermitteln und ihrer jeweiligen Wirkung , um der Lösung deines Problems näher zu kommen.
Törööö, Achim