Achilles' Ferse: Kampf den Matthäus-Schenkeln! - DER SPIEGEL
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Achilles' Ferse Kampf den Matthäus-Schenkeln!

Was tun gegen dicke Oberschenkel? Achim Achilles und sein Team geben Tipps zum verschlankenden Laufstil und empfehlen den Schottenrock als Alternative. Bei anhaltenden Beinschmerzen hilft nach Expertenmeinung vorabendliche Bierzufuhr.
Oberschenkel von Matthäus (1994): Aus Benjamin Blümchen macht man keine Kate Moss
Oberschenkel von Matthäus (1994): Aus Benjamin Blümchen macht man keine Kate Moss

Oberschenkel von Matthäus (1994): Aus Benjamin Blümchen macht man keine Kate Moss

Foto: picture-alliance / dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hallo Herr Karraß,
die Sache mit den schlankeren Oberschenkeln ist spannend. Auch ich (35, 184 Zentimeter, 88 Kilogramm) leide unter meinen im Verhältnis zum Restkörper relativ dicken Oberschenkeln. Beim Hosenkauf bringt mich das immer wieder zur Verzweiflung. Das ist auch der Grund, warum ich laufe. Leider bringt die Rennerei für meine Problemzone bisher kaum Erfolg. Sie schreiben, dass die Oberschenkel eventuell schlanker werden, wenn man einen sehr kraftvollen Laufstil entwickelt. Das heißt, ich muss in erhöhtem Tempo laufen, sonst ist es ja kaum möglich, lange Schritte zu machen und weit vor dem Körperschwerpunkt aufzukommen, oder? Gewichtsreduktion scheint meine Oberschenkel auch unbeeindruckt zu lassen. Muss ich wirklich zur Askese übergehen, um 15 Kilogramm zu verlieren? Ist Laufen überhaupt das Richtige? Profis schauen ja eigentlich immer recht drahtig aus.
Über eine Antwort freut sich Konstantin

Lieber Konstantin,
wir haben das gleiche Problem: Meine Mona lacht immer über meine Lothar-Matthäus-Schenkel. Wenn wir nicht 30 Kilogramm abnehmen, weil wir jeden Tag 50 Kilometer laufen, werden sich unsere oberen Beine nicht spürbar verändern. Aus Benjamin Blümchen macht man eben keine Kate Moss. Wir müssen also lernen, mit unseren Stampfern zu leben. Der von Natur aus ja ziemlich verbaute Schotte hat dafür karierte Röcke erfunden.
Besten Gruß vom Leidensgenossen Achim

Lieber Konstantin,
mit acht Kilogramm weniger sieht die Welt schon ganz anders aus. Hinsichtlich der Beratung, auf die du dich beziehst, liegt ein Missverständnis vor: Ich ging damals von der Vermutung aus, dass ein kraftvoller Laufstil die Ursache für die muskelbepackten Laufwerkzeuge sein könnte. Ich meine damit, dass der Fußaufsatz sehr weit vor dem Körper erfolgt, also extrem lange Schritte gemacht werden. Das bedeutet, dass das Körpergewicht bei jedem Schritt deutlich länger gehalten werden muss, bis der Körper über dem Fuß anlangt, wo dann der eigentliche Abdruck erfolgt. Je länger die Phase vor dem Abdruck dauert, desto mehr Kraft muss das Bein, vor allem der Oberschenkel aufwenden. Man verpulvert die Energie - sie fehlt dann beim wichtigen Moment des Abdrückens. Diese immense Kraftleistung führt meist zu frühem Ermüden. Zusätzlich bekommt man womöglich diese vergrößerten Oberschenkel. Bis hier allerdings ein anatomisches Problem entsteht, muss man schon extrem viele Kilometer keulen. Diese Ausführungen sind übrigens für jeden Läufer interessant, denn in der Lauftechnik liegt ein großer Prozentsatz des Erfolges. 
Viele Grüße, Klemmbrett-Karraß

Sehr geehrter Herr Pajonk,
ich laufe seit sechs Jahren regelmäßig zwei- bis dreimal die Woche, acht bis 14 Kilometer. Seit etwa zwei Jahren habe ich sehr oft Schmerzen in den Oberschenkeln. Es fühlt sich an wie Muskelkater, kann aber auch auftreten, wenn ich seit Tagen keinen Sport gemacht habe. Ich laufe dann trotzdem meine Runde, habe aber oft nicht viel Spaß dabei. Ich würde gerne schneller laufen, aber es geht einfach nicht, weil meine Beine wehtun. Eigentlich ernähre ich mich sehr gesund, viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte, ein-, zweimal in der Woche Fleisch. Ich trinke ausreichend und esse nur gelegentlich Süßes (dann allerdings richtig). Haben Sie eine Idee, woran es liegen könnte?
Vielen Dank schon mal für Ihre Antwort.
Steffi

Liebe Steffi,
ich habe große Erfolge mit regelmäßiger Bierzufuhr am Abend vor dem Lauf. Geht auch mit Eierlikör oder Rotkäppchen.
Skol, Achim

Liebe Steffi,
seit zwei Jahren diese Beschwerden? Das ist mysteriös. Es könnte ein Problem des Muskels selber sein, es könnte aber auch vom Rücken ausgehen. Ab welcher Kilometerzahl treten die Beschwerden denn auf? Hast du dich schon einmal ärztlich untersuchen lassen? Wenn nicht, dann hole das bitte nach und halte mich auf dem Laufenden.
Beste Grüße, Dirk Pajonk

Liebe Steffi,
bringe Abwechslung in dein Training. Mache auch mal einen kürzeren Lauf. Pflege dich. Gehe auch mal ganz kurze und schnellere Läufe an, kürzer als eine Minute, dafür mit Pausen und zehn Stück hintereinander. Deine Beine werden das positiv beantworten.
Viele Grüße, Klemmbrett-Karraß

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