Achilles' Ferse: Kraftwerk Körper - DER SPIEGEL
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Achilles' Ferse Kraftwerk Körper

Wann verbrennt der Körper eigentlich mehr Fett? Beim langsamen oder beim schnellen Laufen? Eines steht fest: Beim Formulieren dieser Fragen am Computer verringern sich weder das Eigengewicht eines neunmalklugen Lauf-Einsteins noch der Grad von Achims Häme.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hallo Achim,

was ist dran am Märchen, dass beim langsamen Laufen mehr Fett verbrannt wird als bei schnelleren? Das widerspricht doch sämtlichen Gesetzen der Physik. Wahrscheinlich verwechselt man hier den relativen mit dem absoluten Anteil der Fettverbrennung am Energieverbrauch. Ich verbrauche doch mehr Kalorien und damit auch Fett, wenn ich eine Stunde mit einer Geschwindigkeit von 15 Kilometern laufe als mit einer Geschwindigkeit von 10 Kilometern.
Gruß, Lothar

Lieber Lothar,
wir wollen hier keinen Gesetzen widersprechen, sondern in Ruhe unseren Sport treiben. Also: Der Körper hat verschiedene Möglichkeiten, die Energie für die Arbeit zu liefern. Bei intensiven Belastungen wie Sprint oder Krafttraining werden Kohlenhydrate ohne Sauerstoff (also anaerob) verbrannt. Diese Form der Energiegewinnung kann sehr schnell erfolgen, aber sie ist unökonomisch. Denn es werden große Mengen Traubenzucker verbrannt, um relativ wenig Energie zu produzieren. Deswegen kann sich der Körper maximal ein paar Minuten aus dieser Quelle bedienen. Bei niedrigeren Belastungen werden Fette und Kohlenhydrate mit Sauerstoff (also aerob) verbrannt. Durch diesen Weg gewinnt der Körper deutlich mehr Energie aus den Nährstoffen, gleichzeitig kann die Belastung über eine längere Zeit erfolgen. Also wenn Sie schnell laufen, werden Sie vor allem Traubenzucker verbrauchen, erst bei langsamerem Training kriegen Sie Ihr Fett weg.
Besten Gruß, Dr. Fernando Dimeo

Lothar, alte Marzipankartoffel,
anstatt irgendwelche klugscheißerischen Fragen zu drechseln, solltest Du lieber in die Puschen kommen und um den Block rennen. Von täglich einer Stunde Hacken am Computer ist noch keiner dünn geworden, von 60 Minuten auf dem Waldweg schon eher.
Stollenkauend, Achim

Lieber Achim,
ich habe hin und wieder nach über 30 Minuten Laufen, bei langsamem Tempo, das Gefühl, dass mein rechter Fuß taub wird. Manchmal auch der linke. Ganz am Anfang lag es an den Schuhen, doch auch jetzt, mit richtigen Laufschuhen, taucht das Taubheitsgefühl auf. Kann es sein, dass ich wegen meiner Senkfüße Probleme habe, oder gibt es andere Gründe?
Gruss, Angeliki

Liebe Angeliki,
bitte prüfe nochmals, ob es an der Schnürung der Schuhe liegen kann. Das war bei mir immer des Rätsels Lösung: Zu feste Schleifen verhindern die Durchblutung! Aber Vorsicht, zu lasche Schlaufen sorgen für unfreiwillige Schuhöffnungszeiten...
Liebe Grüße, Jens Karraß

Liebe Angeliki,
ich habe die Erfahrung gemacht, dass das taube Gefühl zwar kommt, aber auch wieder geht. Lauf also einfach mal über das unangenehme Gefühl hinweg. Solltest Du zuhause allerdings schwarze Klumpen statt ehemaliger Füße in den Schuhen finden, dann gib diesen Tipp bitte nicht weiter.
Reinhold Achilles

Lieber Achim,
ich habe seit mehreren Monaten starke Schmerzen im linken Knie. Diese treten allerdings nicht beim Laufen auf, sondern in Ruhezeiten (besonders nachts) oder wenn ich bestimmte Bewegungen mache, wie z.B. Brustschwimmen. Eine Kernspin-Tomographie hat ergeben, dass in dem Knie weder eine Meniskusschädigung, noch Arthrose erkennbar ist. Nach einer Schonungspause von fast vier Monaten habe ich jetzt wieder mit dem Laufen angefangen, ohne dass die Symptome verschwunden sind. Die behandelnden Orthopäden haben keine Idee, was die Schmerzen verursacht. Ich würde aber gerne wieder regelmäßig laufen. Was könnte eine weitere denkbare Ursache für die Schmerzen sein?
Bin froh über jeden Hinweis, Lina

Liebe Lina,
leider können wir aus der Ferne keine Diagnose stellen, aber gelegentlich sind die Radiologen nicht besser bestellt: Sogar bei der Anwendung ausgefeilter bildgebender Methoden wie der Computer- oder der Kernspin- Tomographie ist nicht immer eine Feststellung der Ursachen von Beschwerden möglich. Manchmal bringen nur invasive Methoden wie die Kniespiegelung Licht ins Dunkel. Aber in Ihrem Fall muss es nicht so weit kommen. Die Beschwerden nachts könnten darauf hinweisen, dass die Belastung tagsüber viel zu stark gewesen ist. Überprüfen Sie deswegen, ob Sie das Training nach der Pause nicht viel zu plötzlich wieder aufgenommen und dadurch eine Überbelastung verursacht haben. Grundsätzlich gilt, dass das Training immer unter der Schmerzgrenze bleiben muss. Also: Wenn Sie nachts Schmerzen haben, nachdem Sie am Tag 45 Minuten gelaufen sind, reduzieren Sie das Training auf 30 Minuten. Wenn Sie jeden zweiten Tag trainieren und Beschwerden haben, reduzieren Sie die Häufigkeit auf einmal Training alle drei Tage.
Besten Gruß, Dr. Fernando Dimeo

Lieber Achim,
ich bereite mich zurzeit auf meinen ersten Marathon vor. Bei der sportärztlichen Untersuchung hatte der Arzt mir empfohlen, Beinmuskulatur für mehr Schnelligkeit aufzubauen. Neben kleineren Bergläufen denke ich nun auch an Gewichtswesten. Was meinst Du, kann ich damit einen ähnlichen Effekt erzielen?
Thomas

Lieber Thomas,
lass' das mit der Gewichtsweste sein. Mit den Bergläufen machst Du wirklich schon genug Krafttraining für die Beine. Ehrlich, noch kein Spitzenläufer hat jemals eine Gewichtsweste zum Training umgeschnallt.
Viele Grüße, Jens Karraß

Lieber Thomas,
wenn Du läufst, auch mal mit höherem Tempo, dann kommen die Muskeln von alleine. Mit den zusätzlichen Gewichten ruinierst Du Dir nicht nur die Gelenke, Du machst Dich auch zum Affen. Oder musst Du nicht grinsen, wenn Dir diese Gestalten mit Hanteln in der Hand oder Manschetten am Fußgelenk entgegenkommen.
Lass den Quatsch, Achim