Achilles' Ferse: Sag' niemals Knie - DER SPIEGEL
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Achilles' Ferse Sag' niemals Knie

Nie wieder laufen nach einem Knorpelschaden? Zumindest von Marathons raten Achim Achilles und seine Experten ab und raten zur Säurekur. Auch bei einem Bandscheibenvorfall und steifem Rücken weiß das Team eine Lösung. Im Zweifel gilt: Muskulatur stärken, Knorpel entlasten.
Knie: Marathonverbot nach Knorpelschaden
Knie: Marathonverbot nach Knorpelschaden

Knie: Marathonverbot nach Knorpelschaden

Foto: Chris Jackson/ Getty Images
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hallo Achim,
ich hatte vor vier Wochen eine Mikrofrakturierung aufgrund eines Knorpelschadens im linken Knie. Nun sagt mein Physiotherapeut, ich könne nie wieder laufen. Mein Arzt schweigt sich aus und sagt, ich solle mich in Geduld üben. Da ich erst 33 Jahre alt bin, habe ich nicht vor, meine Laufkarriere und all die anderen Sportarten an den Nagel zu hängen. Hast du Erfahrung mit dieser Art der Behandlung und kannst du mir sagen, ob ich je wieder laufen kann?
Viele Grüße, Mareike

Liebe Mareike,
nun ja, es kommt vor allen Dingen auch darauf an, wie groß das vom Knorpelschaden betroffene Areal ist und in welcher Belastungszone des Kniegelenks es liegt. Eine Mikrofrakturierung ist für so ein Kniegelenk kein leichter Eingriff und in aller Regel sollten danach extreme Belastungen wie zum Beispiel ein Marathon vermieden werden, wenn das Knie nicht viel zu früh verschleißen soll. In jeden Fall würde ich den Knorpel nach zehn bis zwölf Wochen mit einer Hyaloronsäurekur, die über Spritzen verabreicht wird, unterstützen.
Beste Grüße, Dirk Pajonk

Liebe Verletzte,
ich bin immer wieder froh, dass mir, toitoitoi, bislang das Schicksal von Mikrofrakturierungen und Plattenimplantaten erspart geblieben ist. Ich glaube mehr denn je, dass gelegentliches Schwimmen einen extrem wichtigen Einfluss auf den ganzen Halteapparat hat .
Mit Blümchenbademütze, Achim

Hallo werter Doc Pajonk,
ich (44 Jahre, 77 Kilogramm, 183 Zentimeter) war bis vor einem Jahr ein durchschnittlicher Läufer ohne große Ambitionen, was Wettkämpfe oder Trainingspläne anging. Ich lief zwei- bis dreimal wöchentlich zehn Kilometer auf hügeliger Strecke. Mittlerweile bin ich fast ein Jahr nicht mehr gelaufen, weil ich nach dem Laufen starke Rückenschmerzen bekommen habe. Die Schmerzen traten nie während des Laufes auf, sondern immer danach, meistens sogar erst einen Tag später. Der Rücken wurde steif und ich hatte Schmerzen, aus der gebückten in die aufrechte Position zu kommen. Schließlich kamen regelmäßig Ischiasschmerzen hinzu, bis ich irgendwann entnervt aufgab und nur noch Schwimmen ging. Nach einem Röntgentermin wurde mir ein Bandscheibenvorfall im unteren Rücken attestiert. Neulich habe ich über eine neue Lasertechnik gelesen, mit der überstehende Bandscheiben abgetragen werden. Kennst du diese Technik, ist sie empfehlenswert? Gibt es sonst etwas, das ich tun könnte, um wieder laufen zu können? Für Ratschläge wäre ich sehr dankbar.
Vielen Dank und beste Grüße, Claude

Lieber Claude,
es gibt viele verschiedene Techniken, Bandscheibenvorfälle zu behandeln. Das ist so ein bisschen wie in der Mode: Regelmäßig kommt eine alte Technik, die vor Jahren schon einmal ausprobiert wurde, mit neuen Instrumenten daher und wird als Neuheit gefeiert. Es gibt einige Zentren, die mit der Lasermethode viele Behandlungen gemacht haben und den Eingriff routiniert durchführen können.
Es kommt aber auch darauf an, wie groß der Vorfall ist, an welcher Stelle er liegt und, ob man ihn mit einem Laser erreichen kann. Eine Kräftigung der Rumpfmuskulatur ist als konservative Maßnahme die Basis der Therapie. Aber es sollte vor einer Operation auf jeden Fall probiert werden, die betroffene Nervenwurzel gezielt anzuspritzen.
Beste Grüße, Dirk Pajonk

Sehr geehrter Herr Dr. Pajonk,
ich laufe nach einer jahrelangen Pause seit rund fünf Wochen wieder regelmäßig etwa 30 Kilometer pro Woche. Seit einigen Tagen habe ich beim Laufen immer Schmerzen im Steißbereich, wenn ich mit der linken Ferse auftrete. Ich weiß weder, woran das liegen könnte, noch, was ich dagegen unternehmen kann - außer natürlich mit dem Laufen zu pausieren.
Herzliche Grüße, Michael Bayer

Lieber Herr Bayer,
eine konkrete Diagnose aus der Ferne zu geben, fällt schwer. Was es sein könnte: Es kann an Ihren Laufstil liegen und der damit verbundenen Belastung des linken Beines. Es kann auch mit Ihren Schuhen zusammenhängen. Es kann eine Problematik an der unteren Lendenwirbelsäule sein. Und last but not least kann es sich um eine Bandscheibenproblematik handeln. Ich empfehle Ihnen, sich von einem Orthopäden intensiv untersuchen zu lassen.
Beste Grüße, Dirk Pajonk