Achilles' Ferse Spaße nie mit dem Knie!
Bulgarischer Gewichtheber: Gut, wenn die Knie noch so funktionieren
Foto: DAVID GUTTENFELDER/ AP
Sehr geehrte Damen und Herren,
seit 2004 habe ich links ein künstliches Kniegelenk, jetzt brauche ich auch noch eine Teil-Protese im rechten Knie. Wie steht es da mit Laufen? Kann ich das damit überhaupt noch? Was muss ich beachten?
Mit freundlichem Gruß, Reinhold
Lieber Reinhold,
leider muss ich bei einem künstlichen Kniegelenkes vom Lauftraining abraten. Größere Belastungen können zu einem vorzeitigen Verschleiß des Implantats und zu einem vorzeitigen Implantatwechsel führen. Bei aller Liebe zum Laufsport sollte hier die Vernunft siegen. Je später ein solcher Austausch erfolgen muss, desto besser. Manchmal ist ein Ende mit Schrecken in solchen Fällen besser als ein Schrecken ohne Ende. Schweren Herzens empfehle ich dir daher künftig auf Radfahren und Schwimmen auszuweichen.
Mit besten Grüßen, Dr. Matthias Marquardt
Lieber Reinhold,
meinen größten Respekt, dass du mit eineinhalb Kunstknien noch ans Laufen denkst. Du solltest aber auf den Doc hören und es mal mit Schwimmen probieren. Im Wasser ist der Körper leichter und
die Belastung des Körpergewichts ausgeglichener verteilt.
Besten Gruß, Achim
Sehr geehrter Herr Doktor,
bei mir wurde vor kurzem ein Leistenbruch diagnostiziert, den ich allerdings schon eine ganze Weile mit mir rumschleppe, da der OP-Termin noch nicht angesetzt ist. Nun meine Frage: Kann ich bis zur OP dennoch Laufen und
Kieser-Training machen, oder sollte ich gänzlich auf Sport verzichten? Mein Arzt meinte nur lapidar, ich solle die Region um den Bauch herum nicht belasten. Schmerzen oder Probleme habe ich keine und würde ungern auf das Training verzichten.
Viele Grüße, Marco
Lieber Marco,
ein richtiger Leistenbruch ist definitiv eine Gegenanzeige für Krafttraining. Klemmt der Bruch ein, kann es lebensgefährlich werden. Ich kann natürlich nicht einschätzen, wie groß der Bruch ist und wie ernst die Situation ist. Keineswegs möchte ich dir einen Freibrief erteilen. Dies kann nur der ärztliche Kollege vor Ort. Mein Rat: Warte den OP-Termin ab und beginne erst danach und in Rücksprache mit dem Arzt mit der Wiederaufnahme deines Trainings.
Gute Besserung sagt Dr. Matthias Marquardt
Hallo Experten,
seit gut sechs Wochen plage ich mich mit einem vom Orthopäden diagnostizierten Fersensporn und zudem mit verschiedenen entzündlichen Sehnenbereichen unterm linken Fuß herum. Nach mehreren, sehr schmerzhaften Stoßwellen-Anwendungen und dem Tragen von Einlagen mit Weichbettungsinlay verlagern sich die Schmerzen jetzt an den Fersenrand. Ist dieser Heilungsverlauf typisch und was kann generell gegen einen Fersensporn gemacht werden?
Beste Grüße, Jürgen
Lieber Jürgen,
der Fersensporn ist eine sehr hartnäckige Erkrankung, die Läufer nur allzu gerne heimsucht. Was du dringend benötigst, ist eine systematische Therapie. Zuerst muss im Rahmen einer medizinischen Bewegungsanalyse festgelegt werden, ob es sich bei dir um eine vermehrte Eindrehbewegung im Knöchelgelenk handelt. Je nachdem muss die Schuhversorgung ausgewählt werden. Erst wenn alle Details deiner Biomechanik bekannt sind, kann eine Einlagenversorgung optimal angepasst werden. Auch die weiteren Maßnahmen wie Stoßwellenbehandlung, Dehnungsübungen, Massagen mit dem Fußroller und Eisanwendungen können erst dann greifen und zum gewünschten Erfolg führen.
Gute Besserung wünscht Dr. Matthias Marquardt
Lieber Jürgen,
bei mir hat vor allem konsequentes Nicht-Laufen über acht Wochen geholfen. Merke: Der Weg vom Fersensporn wird kein leichter sein. Mein Mitgefühl vor allem für den Moment des ersten Auftretens am Morgen.
Autsch, Achim