Achilles' Ferse Tennis tut weh
Lieber Achim,
ich habe mir beim Tennis Probleme mit der Achillesferse zugezogen, vielleicht weil ich meine Einlagen vergessen habe. Anschließend habe die Achillessehne eine Woche lang eingerieben und dachte, das wär's. Aber am darauf folgenden Samstag kamen die Schmerzen wieder. Ich habe erstmal pausiert, war im Urlaub, bin gewandert und habe gedacht, das Problem wäre verschwunden. Aber bei jedem neuen Versuch, Tennis zu spielen, tat die Ferse wieder weh. Jetzt bin ich in Behandlung, habe aber den Eindruck, dass es nicht besser wird. Gibt es ein Geheimrezept? Ist zum Beispiel Wobenzym gut gegen die Entzündung?
Grüße, Günter
Lieber Günter,
die Belastungen für die unteren Extremitäten sind beim Tennis durch die vielen Antritte und Abbremsbewegungen sehr hoch. Eine Reizung der Achillessehne hat dabei keine Chance zu heilen. Es wäre aber einen Versuch wert, mit dem geliebten Tennis zu brechen und als Lohn auf lange Sicht doch noch eine intakte Achillessehne zu bekommen. Wie lange das dauert und ob sie danach wieder zum schmerzfreien Tennisspielen in der Lage ist, "entscheidet" die Sehne selbst.
Viele Grüße, Jens Karraß
Lieber Achim,
vor mehr als zwei Jahren habe ich aufgehört zu rauchen, allerdings anschließend mehr als 15 Kilo zugenommen, die ich seither - auch aufgrund langer Bürostunden - nicht wieder losgeworden bin. Die zusätzlichen Pfunde verbunden mit sonstiger Bewegungsabstinenz führen zwischenzeitlich nicht gerade zu einem Leistungsplus, so dass mir ein guter Freund, der ebenfalls dem Tabak abgeschworen hat und seither begeisterter Läufer ist, nunmehr empfohlen hat, ebenfalls mit dem Laufen zu beginnen. Da ich die vergangenen Jahre kaum Sport getrieben habe, wäre es sehr hilfreich, wenn ich einige Tipps für einen Trainingplan der ersten Wochen sowie Hinweise, was ich beim Kauf von Laufschuhen beachten sollte, bekommen könnte.
Besten Dank im Voraus und Gruß, Stefan
Lieber Stefan,
der Anfang ist ganz leicht: Nimm irgendwelche Schuhe aus dem Schrank, suche Dir eine wenig bevölkerte Gegend und erwarte gar nichts. Gehe ein paar Minuten zügig, versuche zu traben, bis Du nicht mehr kannst, gehe wieder ein paar Schritte und das ganze im Wechsel eine gute halbe Stunde lang. Wenn Du Dir nicht zu blöd vorgekommen bist und womöglich sogar noch so etwas wie Freude empfunden hast, dann kannst Du über Weiterungen und größere Investitionen nachdenken. Fakt ist: Viele Anfänger scheitern an zu großen Erwartungen. Weder werden Deine Pfunde sofort purzeln, noch wirst Du nach drei Monaten einen Marathon laufen, auch wenn Gurus Dir das nahe legen wollen. Das Zauberwort heißt: Geduld! Das Ziel: 30 Minuten am Stück laufen können, später dann 60. Welche Schuhe Du dabei trägst, ist anfangs nicht so wichtig: Bist Du ein Knauser, kauf Dir welche für 12,99 Euro bei Feinkost Albrecht, bist Du ein Angeber, leiste Dir ein Paar mit Chip für 250 Euro. Schneller wirst Du davon aber nicht, höchstens häufiger ausgelacht. Wenn Du allerdings regelmäßiger trainierst, solltest Du Dir in absehbarer Zeit in einem Sportgeschäft vernünftige, auf Deinen Fuß abgestimmte Laufschuhe kaufen. Hilfreich sind auch Lauftreffs mit Trainerbetreuung.
Und jetzt lauf los, Gruß Achim
Lieber Achim,
leider bekomme ich immer ab Kilometer zehn bis fünfzehn schlimme Schmerzen rechts bzw. links an der Außenseite meiner Knie. Die konsultierten Ärzte raten mir vom Joggen ab. Ein Freund jedoch sprach jetzt von einem "Runner's Knee" und meinte, das Knie würde sich dran gewöhnen. Was tun? Ich würde gern irgendwann mal einen Marathon laufen, habe jetzt aber Angst.
Liebe Grüße, Christian
Lieber Christian,
erzählen Sie Ihrem Freund, dass Schmerzen immer auf eine Fehl- bzw. Überbelastung hinweisen. Wer Schmerzen ignoriert und weiter trainiert, riskiert eine schwere Verletzung. Bei belastungsbedingten Schmerzen kann das Training jedoch fortgesetzt werden, solange die Schmerzschwelle nicht erreicht wird. Anders gesagt: Wenn Sie nach zehn Kilometern Beschwerden haben, laufen Sie bitte nur neun. Wenn Sie jeden zweiten Tag laufen und dabei Beschwerden haben, laufen Sie einfach jeden dritten Tag. Achten Sie auch darauf, ein eingehendes Dehnungs- und Kräftigungsprogramm für die Oberschenkelmuskulatur durchzuführen, auch wenn Freund Achilles darüber spottet. Dadurch wird Ihr Knie besser geschützt und belastbarer.
Besten Gruß, Dr. Fernando Dimeo
Lieber Achim,
ich laufe seit drei Jahren jeden zweiten Morgen zwischen 30 und 40 Minuten - langsam, aber stetig. Kürzlich habe ich es mal mit längeren Läufen von 60 bis 100 Minuten versucht. Hinsichtlich der Kondition ist das auch kein Problem. Beim Laufen selbst fühle ich mich pudelwohl. Auch nach zwei Stunden ist noch alles okay. Aber dann bekomme ich rasende Kopfschmerzen und breche alles aus, was ich zu mir genommen habe. Ich bin völlig bleich und schlafe nur noch. Das hält ungefähr sechs bis acht Stunden an. Was mache ich falsch?
Danke, Ines
Liebe Ines,
das Problem ist aus der Ferne nicht lösbar. Der Zusammenhang zum Lauf scheint mir aber zu weit hergeholt, da Du ja über zwei Stunden danach völlig okay bist. Kann es sein, dass Du nicht genügend Nahrung zuführst nach dem Ausdauerlauf? Vor allem Zucker ist relativ wichtig nach einer starken Belastung. Als Therapie würde ich die Laufzeit langsamer steigern, also nicht 30 Minuten in der Woche und 100 am Wochenende, sondern 40 in der Woche und 60 am Sonntag. Wenn Du dann alles bei Dir behältst, versuchst Du das nächste Wochenende 70. Wenn das nicht hilft, solltest Du einen Arzt aufsuchen.
Viele Grüße, Jens Karraß