Achilles' Ferse: Über alle Berge - DER SPIEGEL
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Achilles' Ferse Über alle Berge

Dieses Problem hätten viele Paare sicher gern: Zwei Flachländer legen zu ebener Erde ein flotte Laufsohle auf den Asphalt. Aber an der kleinsten Erhebung kapitulieren sie. Doch den beiden kann geholfen werden - sogar in der Rekordzeit von ein paar Minuten pro Woche.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hallo Achim,

meine Freundin und ich haben Probleme mit dem Berg. Es ist zwar nicht Alpe d'Huez, aber es kommt uns fast so vor. Flach laufen wir eine Stunde locker und entspannt durch, aber sobald der erste Berg (für die Höhenmeterangabe würde ich mich schämen) kommt, ist es aus. Wir trainieren jetzt als ältere Anfänger (Ü46) schon ein halbes Jahr, aber es wird nicht besser. Du hast doch da bestimmt den ultimativen Bergziegentipp.
Grüße von ratlosen Flachländern

Hallo Flachländer,
Euch fehlt ganz einfach die nötige Fitness für den erhöhten Anstrengungsgrad, der beim Bergauflaufen gebraucht wird, denn zusätzlich zur Vorwärtsbewegung müsst ihr auch die Schwerkraft überwinden: mehr Arbeit, größere Anstrengung, tiefere Atmung mit schnellerer Frequenz, erhöhter Pulsschlag. Das ist nach euren anfänglichen Erfolgen in Sachen Laufausdauer nun eine ganz neue Belastung. Und genau das müsst ihr üben: Am besten mit kleinen beschleunigten Laufabschnitten innerhalb eurer normalen Flachland-Dauerläufen. Einmal in der Woche baut ihr 2-Minuten-Läufe in euren Dauerlauf ein - 5 bis 10 Stück. Damit erreicht ihr allmählich die Anpassung, die ihr beim Berglauf gebrauchen könnt. Ausgestattet mit verbessertem Herz- Kreislaufsystem, könnt ihr direkt am Berg eure Beinmuskulatur kräftigen.
Besten Gruß, Jens Karraß


Mann Achim,
ewig und überall wird dein Buch angekündigt, aber nirgendwo gibt es eins zu kaufen? Habt ihr zu wenig gedruckt?
Ungeduldig, Dieter

Lieber Dieter,
meine Kumpel Tom Wolfe und Peter Hahne haben mich gebeten, nicht zeitgleich mit ihnen auf den Markt zu kommen, um ihnen nicht alle Leser wegzuschnappen. "Peter, Tom, alte Sportsfreunde", habe ich da gesagt, "kein Problem: Literaten können warten. Aber nur bis zum 1. April."
Besten Gruß, Johann Wolfgang Achilles


Lieber Achim,
ich habe ein Knieproblem und hoffe, Ihr könnt mir helfen: Ich bin 37 Jahre alt und habe mich im letzten Sommer wieder in sehr gute Mittelstreckenform gebracht. Mitten in meiner Phase der Hochform habe ich vor allem bergab immer öfter Probleme mit dem rechten Knie bekommen. Ich hatte das Gefühl, die Kniescheibe würde herausspringen. Der Orthopäde attestierte einen irreparablen Knorpelschaden und empfahl mir, auf Walking umzusteigen. Gibt es irgendeine Möglichkeit, das zu verhindern und wieder richtig laufen zu können?
Marco

Lieber Marco,
die Regenerationsfähigkeit des Knorpels ist sehr eingeschränkt. Bei wiederholten Überbelastungen entstehen dabei Schäden, die zu dauerhaften Problemen führen können. Die Einschränkung der Leistungsfähigkeit und Reduktion der Belastbarkeit als Folge der Verletzung bedeuteten für viele LäuferInnen das Aus. Aber mittlerweile erscheint Licht am Ende des Tunnels: Durch neue Operationstechniken und die Einpflanzung eigenen Knorpelgewebes in die verletzten Stelle kann eine dauerhafte Zunahme der Belastbarkeit und eine Reduktion der Beschwerden erzielt werden. Diese Techniken helfen leider nicht jedem und in allen Fällen. Reden Sie deswegen darüber mit Ihrem Arzt, welche weitere Behandlungen für Sie in Frage kommen.
Besten Gruß, Dr. Fernando Dimeo


Hallo Achim,
auch dieses Jahr möchte ich wieder den Stuttgart-Lauf über 7,25 Kilometer im Juli mitlaufen. Zurzeit trainiere ich viermal pro Woche jeweils ca. 40 Minuten im zügigen Tempo (Puls 165-175). Meine Zeiten haben sich von über 34 Minuten (damals noch 72 Kilo schwer) auf 32:11 Minuten (mit 68 kg) verbessert. Mein Traum ist, unter 30 Minuten zu bleiben. Hast du einen Tipp, wie ich die Schnelligkeit trainiere?
Uli aus Heidelberg

Hallo Uli,
weiter so! Und so geht's: viermal in der Woche beibehalten, aber die Läufe wie folgt aufteilen: Einmal so wie bisher 40 Minuten zügiges Tempo. Die übrigen drei Läufe veränderst du: Einen verlängerten Lauf von 60-80 Minuten mit ruhigem Tempo, einen mit zwei Laufabschnitten von jeweils 20 Minuten mit deutlich höherem Tempo als du es bisher tust und als Erholungslauf die Nummer vier mit ganz lockerem Tempo von 40 Minuten. Mit diesem Programm wirst du die 30 Minuten locker knacken!
Gruß, Jens Karraß


Achims liebster Leserkommentar:

Sehr geehrter Herr Achilles, ich bin selbst Läuferin (auch bei diesen Temperaturen), Berlinerin (mit bayerischen Wurzeln), ehemalige Hockey-Spielerin (allerdings ohne Keulenarme und -beine) und momentan beruflich in Hamburg: Sie haben so Recht mit Ihren Beobachtungen!
Ulrike