Achilles' Ferse Wilder Ritt durchs Westfalenland
Hermannsdenkmal in Westfalen: Sind 170 Kilometer in drei Tagen zu schaffen?
Foto: A9999 Andreas Leber / dpa
Hallo Achim,
wir, zwei moderat ambitionierte Freizeitläufer, haben bereits einige Marathons absolviert, sind dieses Jahr aber hauptsächlich Halbmarathons gelaufen. Jetzt planen den etwas anderen Lauf: 170 Kilometer in drei Tagen durch Westfalen. Erste Versuche haben aber ergeben, dass das Konzept 15 Kilometer laufen, eine Stunde Pause, 15 Kilometer laufen, eine Stunde Pause, 15 Kilometer laufen und so weiter, selbst bei einem moderaten Schnitt von sechs Minuten pro Kilometer kaum durchzuhalten ist. Nicht mal über einen Tag. Woran liegt das? Wäre es besser, 30 Kilometer, fünf Stunden Pause, 30 Kilometer zu versuchen? Oder am besten erst gar nicht loslaufen?
Mit etwas mehr als moderat ambitionierten Läufergrüßen, Andy und Nils
Jungs,
natürlich sind Westfalen die Härtesten unter der Sonne, aber vielleicht solltet Ihr die Strecken etwas kürzer wählen. Wenn ihr 60 Kilometer am Tag machen müsst, dann reichen doch zehn Kilometer in zwei Stunden und dann zwei Stunden Pause. Oder einfach so lange wie es geht und dann Pause. Oder noch mal drüber nachdenken und erstmal mit der Leeze (westfälischer Dialekt für Fahrrad, d. Red.). Haltet uns bei eurem Training auf dem Laufenden, gerne bei den
Achilles-Läuferblogs .
Ehrfurcht, Achim
Hallo ihr zwei Verrückten,
Ich finde euch beide jetzt schon Klasse! Eine Gleichverteilung wären 57 Kilometer pro Tag. Wenn man das in zwei Läufe teilt, wären das 28,5 Kilometer pro Ritt. Wenn ihr im Schnitt sieben Minuten pro Kilometer laufen würdet (bisschen schneller seid ihr!), wären das ungefähr 3:20 Stunden lockeres Joggen. Es ist, wenn ihr das so seht, gar nicht mehr so irre. Der Haken liegt sicher in Tag drei und der doch stark vorhandenen Schwächung. Körperlich und geistig. Deshalb am besten immer morgens um sieben Uhr loslaufen und 30 Kilometer schaffen. Aber nie am Anfang zu sehr Kraft in den Lauf geben. Ihr müsst die Mischung finden: Was ist künstliches Trödeln und was ist schon Wettkampfgefühl? Es kommt ja darauf an, diese Strecke zu bewältigen und dabei auch etwas von Westfalen mitzubekommen. Es ist außerdem wichtig, immer noch zwei, drei Kilometer walkend dranzuhängen, somit habt ihr bis zwölf Uhr locker 35 Kilometer drin. Bleibt der Pflichtanteil von 22 Kilometern für den Nachmittag. Ab 15 Uhr wieder los, anderthalb Stunden durchlaufen ist Pflicht. Wenn ihr auch hier wieder zwei, drei Walk-Kilometer dranhängt, ist der nächste Tag bei Pflichterfüllung im selben Umfang wie Tag eins schon mit einer Gesamtleistung von 120 Kilometern beendet. Und glaubt mir: Das ist auch nötig! Die letzten 50 Kilometer in zwei Teilen - das wird eine schöne Zielgerade. Habt viel Spaß und schreibt mal auf, wie viel Liter ihr dabei trinkt!
Beste Grüße, Jens Karraß
Hallo an die Experten,
ich laufe seit fast zwei Jahren regelmäßig, habe mittlerweile den ersten Halbmarathon geschafft und bin dabei, mich auf den Hermannslauf und ein paar weitere Landschaftsläufe rund um Bielefeld vorzubereiten. Mein Laufpensum liegt bei bis zu 40 Kilometern in der Woche, bei einem Tempo von jeweils zwischen fünf und sechs Minuten pro Kilometer, gelegentlich gewürzt mit ein paar kleinen Hügeln. Ich bin 1,73 Meter groß und wiege 76 Kilogramm, bin also eher kräftig gebaut. Neben dem Laufen fahre ich noch ziemlich viel Fahrrad
und mache regelmäßig Spinning . Seit ein paar Wochen habe ich nach dem Laufen immer Schmerzen in der Hüfte, links etwas mehr als rechts. Nach ein, zwei Tagen ohne Laufen sind die Schmerzen dann wieder weg. Die Schmerzen sind jetzt nicht so heftig, man kann sie noch ganz gut ignorieren, aber sie fallen schon in die Kategorie "nervig". Woran kann das liegen? Mir ist nicht bewusst, dass ich jetzt anders laufe als früher, höchstens etwas mehr. Oder sollte ich beizeiten mal beim örtlichen Sportmediziner oder Orthopäden vorstellig werden?
Viele Grüße, Frank
Lieber Frank,
Massage hilft.
Knet-Gruß, Achim
Lieber Frank,
nervige Schmerzen an der Hüfte sind natürlich das Letzte, was man bei den wunderbaren Landschaftsläufen rund um Bielefeld gebrauchen kann. Solche Schmerzen im Bereich der Hüfte können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Da kommt zum einen der Gelenkverschleiß, also eine Hüftgelenksarthrose in Frage. Diese kann auf Basis von Gelenkfehlstellungen oder einer schlecht ausgebildeten Hüftgelenkspfanne (Hüftgelenksdysplasie) entstehen. Dies sollte in der Tat ein Sportmediziner durch eine körperliche Untersuchung und gegebenenfalls eine Röntgenaufnahme klären. Die Schmerzen in der Hüfte können aber genauso gut durch banale Probleme wie eine Kreuz-Darmbeingelenkblockierung ausgelöst werden, die zu sehr unangenehmen Muskelverspannungen im Hüftgelenksbereich führen können. In diesem Falle wäre dir schon mit einer manualtherapeutischen Behandlung und den richtigen Dehnungsübungen geholfen. Achte also darauf, dass der von dir aufgesuchte Sportmediziner auch eine manualtherapeutische Zusatzqualifikation hat, so dass er auch diese Beschwerden sicher erkennen und behandeln kann.
Viel Erfolg bei der weiteren Diagnostik wünscht dir Dr. Marquardt
An alle Literatur-Feinschmecker!
"Wunderbare Landschaftsläufe rund um Bielefeld" - der Doc beherrscht die Kunst des ziselierten Spotts.
Prustend, Achim