Achilles' Verse Schluss mit Rumsitzen!
Bundesinnenminister Friedrich: Erschreckend simple Ausrede
Foto: Herbert Knosowski/ dpaSehr geehrter Herr Bundesinnenminister, lieber Sportsfreund Friedrich,
mit einigem Erstaunen hat Deutschlands Lauf-Familie Ihr Interview in der "Süddeutschen Zeitung" zur Kenntnis genommen. Demnach sind Sie Läufer und haben sogar einen Marathon geschafft, in Frankfurt. Mit Verlaub: Sieht man Ihnen gar nicht an, was aber keine Beleidigung sein muss.
"Unter fünf Stunden", wie Sie für einen promovierten Juristen überraschend wolkig-wulffisch angaben, ist zwar keine Monsterleistung; aber immerhin haben Sie durchgehalten. Talent wird eben nur manchmal, Zähigkeit aber fast immer belohnt. Das sehen Sie ja an Ihrer eigenen Karriere.
Schön jedenfalls, dass Sie als vielbeschäftigter Politiker die von Joschka Fischer erfundene Sympathiestrategie des laufenden Volksvertreters fortsetzen. Die Konkurrenz schläft ja nicht: Jürgen Trittin läuft so wie Norbert Lammert , Daniel Bahr oder Franz Müntefering auf dem Laufband. Gesine Lötzsch walkt immerhin - aber das wissen Sie ja längst aus den Berichten ihrer Jungs.
Friedrichs Ausrede für das Nicht-Laufen ist zu simpel
Laufen ist wie Oktoberfest - es macht unser Land lebenswerter, und zwar ganz konkret: Denn je öfter Politiker an der Spree entlang wackeln, desto weniger können Sie im politischen Alltag anstellen. Gilt übrigens auch für Party-Veranstalter und viele andere derzeit eher mittelgut beleumundete Berufsgruppen. Hauptsache, Sie kommen hin und wieder noch dazu, die Umtriebe Ihrer Verfassungsschützer zu kontrollieren. Im Gegensatz zum Muskelkater ist der Kalte Krieg vorbei.
Was uns jedoch ratlos hinterlässt, ist Ihre erschreckend simple Ausrede, warum Sie als Minister nicht mehr laufen. Angeblich haben Sie tagsüber soviel zu tun, dass Sie nur nachts zum Trainieren kämen. Unseres Wissens hat selbst der Tag des Politikers 24 Stunden, weshalb der Läufer, der es ernst meint, auch morgens um 6 Uhr eine Runde dreht. Oder abends um 11. Schauen Sie mal aus Ihrem Bürofenster runter ans Wasser. Da kommen Sportsfreunde im Minutentakt vorbei, rund um die Uhr.
Chef der deutschen Spitzenathleten muss Disziplin vorleben
Werter Minister, seit Jahren versuchen wir, unseren Kindern ein Vorbild in Sachen kreativer Ausreden zu sein und sie zu originellen Ausflüchten zu erziehen. Wie können Sie unsere pädagogische Arbeit derart sabotieren mit Ihrer luschigen Erklärung, Sie würden abends lieber nicht mehr trainieren, weil Sie Ihre Bodyguards schonen wollen. Sind Sie Innenminister oder Mutter Teresa? Sie sind Chef der deutschen Spitzenathleten, da haben Sie Disziplin und Opferbereitschaft gefälligst vorzuleben.
Was hätte wohl Franz-Josef Strauß getan? Oder einer Ihrer Vorgänger, Otto Schily? Richtig. Die hätten die Jungs von der Sicherheit morgens um drei antanzen lassen, in Badehose, aber mit Bleiweste. Oder Fischer. Der hätte seinen Spaß daran gehabt, die Muckimänner in Grund und Boden zu wetzen. Wie aber wollen Sie mit Ihrer waschlappigen Einstellung bestehen? Aha, Sie trinken gerade keinen Alkohol mehr. Na gut. Aber reicht das? Nein.
Ein Franke wie Sie ist kein Mann des Verzichts, sondern der Lebensfreude. Deswegen machen Ihnen die Freunde von Achim Achilles, Deutschlands größte Lauf-Community , ein unwiderstehliches Angebot: Egal, wann und wo Sie in diesem unseren Lande trainieren wollen - wir sind dabei. Mindestens drei Sportsfreunde werden Sie begleiten und beschützen, auch gegen die eigene politische Überzeugung, und natürlich kostenlos, damit Schäuble nicht mault. Wir sind erfahrene Sicherheitskräfte, gestählt durch den Kampf mit lästigen Kötern und terroristisch gesinnten Walkern. Ihre Bodyguards können derweil ja zur Fußpflege oder beim Personalrat einen Gender-Beauftragten einklagen.
Wenn Sie es ernst meinen mit dem Laufen, dann schicken Sie einfach eine Mail an achim@achim-achilles.de. Wir freuen uns auf gemeinsame Stunden mit Ihnen. Und denken Sie immer daran: Die Meister des Sommers werden im Winter gemacht. Dann klappt es eines Tages auch mit einer respektablen Zeit beim Marathon, unter vier Stunden zum Beispiel.
Auf bald,
Ihr Steuerzahler Achim Achilles