America's Cup Alinghi legt Berufung ein
Hamburg - Die Schweizer Société Nautique de Genève (SNG) hat für Titelverteidiger Alinghi vor dem Obersten New Yorker Gerichtshof Einspruch gegen den Richterentscheid zugunsten des Golden Gate Yacht Clubs (GGYC) und des US-Teams BMW Oracle Racing eingelegt. Das neue Anwaltsteam des Titelverteidigers will einen Formfehler in der Herausforderung der Amerikaner zum Exklusiv-Match gegen Alinghi ausgemacht haben. BMW Oracle Racing soll versäumt haben, die laut Stiftungsurkunde von 1887 geforderte Anzahl der Rümpfe des zu wählenden Bootstyps für das Duell korrekt zu spezifizieren.
SNG-Anwalt Lucien Masmejan sagte: "Im Dokument des GGYC wird ein Einrumpf-Boot mit den Maßen 90 mal 90 Fuß beschrieben. Wir möchten sicherstellen, dass dies und nicht ein Mehrrümpfer das Boot ist, mit dem sie aufkreuzen werden, denn sonst schiene ihre Herausforderung ungültig." Zuletzt war stets von einem Katamaran-Duell die Rede.
Die Richter hatten dem Schweizer Segelsyndikat am 27. November eine juristische Niederlage zugefügt und der Klage von BMW Oracle Racing stattgegeben. In der Urteilsbegründung hieß es, Alinghi habe das Regelwerk für die 33. Auflage der ältesten Hochseesegel-Regattaserie der Welt zu einseitig gestaltet.
Angesichts von mittlerweile zwölf Herausforderern, von denen einige noch nicht offiziell sind oder nicht genannt werden wollen, erklärte Masmejan: "Wir wollen den 33. America's Cup in einer Serie mit vielen Herausforderern in AC90-Yachten austragen. Weil das Datum dafür nicht mehr 2009 sein kann, haben wir 2011 im Visier." Er betonte: "Wir sind nicht diejenigen, die den Weg vor Gericht eingeschlagen haben. Jetzt aber setzen wir den Prozess fort."
Das Team von Software-Milliardär Larry Ellison reagierte gelassen. Sprecher Tom Ehman erklärte: "Wenn diese Argumente gültig wären, hätte man sie schon vor Monaten präsentiert. Jetzt wirken sie unglücklicherweise wie eine verzweifelte Maßnahme der neuen Alinghi-Anwälte. Wir sind sicher, dass das Gericht sie ablehnen wird."
Ob Richter Herman Cahn in der für den 14. Januar angekündigten Stellungnahme schon auf den Einspruch eingehen wird, ist unklar. Michel Hodara, Generaldirektor des America's-Cup-Managements, sagte der dpa heute: "Wir rechnen eher eine Woche bis zehn Tage später damit." Sollten die Schweizer mit ihrem Einspruch Erfolg haben, könnte möglicherweise nach dem bereits für illegal erklärten spanischen Club Nautico Español de Vela und dem Golden Gate Yacht Club das Team Shosholoza die Rolle des "Challenger of Record" übernehmen. Die Südafrikaner hatten ihre Herausforderung nach Alinghis Cup-Sieg im Juli als dritte eingereicht.
fsc/dpa/sid