Andre Agassi: "Bin noch lange nicht zu alt" - DER SPIEGEL
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Andre Agassi "Bin noch lange nicht zu alt"

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Lissabon - In der portugiesischen Nacht träumte Andre Agassi vom großen Finale 2000. "Ich will mich nicht festlegen, aber alles ist möglich. Ich bin noch lange nicht zu alt", sagte der 30-Jährige nach seinem 4:6, 6:4, 6:3-Auftaktsieg beim Masters Cup in Lissabon gegen den von einer schmerzenden Achillessehne gehandicapten French-Open-Champion Gustavo Kuerten: "Ich fühle mich wohl auf dem Platz, und ich bin sicher, dass mein Körper diese Woche durchhält."

Das war in diesem Jahr nicht immer so. Die Hüfte, der Rücken, die Schulter - immer zwickte irgendwo irgendwas. Hinzu kamen im Sommer die Krebserkrankungen von Agassis Mutter und Schwester, die den sensiblen Superstar zwischenzeitlich völlig aus der Bahn warfen. "Als beiden in der Chemotherapie die Haare ausfielen, hat sich die ganze Familie aus Solidarität eine Glatze rasieren lassen", erzählte Agassi aus jener schweren Zeit.

Doch rechtzeitig zum Finale der acht weltbesten Spieler ist Andre Agassi wieder in einer Form, mit der er beweisen möchte, dass er zu Recht in Lissabon dabei ist. "Ich treffe den Ball gut, ich bewege mich gut, und ich habe Freude am Spiel", sagte er nach seinem Sieg gegen Gustavo Kuerten. Dieser muss nun sogar um die weitere Teilnahme am Masters Cup bangen. Schon unmittelbar nach der Niederlage äußerte er Zweifel an seiner Fitness: "Ich muss zugeben, dass es eher schlecht aussieht." Sollte Kuerten zurückziehen, käme Ersatzmann Thomas Enqvist (Schweden) zum Einsatz. In dem Fall wäre Russlands Senkrechtstarter Marat Safin die Nummer eins in diesem Jahr nicht mehr zu nehmen.