US-Open-Finale: Murrays Erlösung
Sieg gegen Djokovic Andy Murray triumphiert bei US Open
New York - Er musste lange warten, doch nun hat Andy Murray sein großes Ziel erreicht: Nach vier verlorenen Endspielen gewann der britische Tennisprofi zum ersten Mal ein Grand-Slam-Turnier. Im Finale der US Open triumphierte er nach 4:54 Stunden 7:6 (12:10), 7:5, 2:6, 3:6, 6:2 gegen Titelverteidiger Novak Djokovic.
"Es ist ein großartiges Gefühl", sagte Murray. Als bei seinem zweiten Matchball eine lange Vorhand von Djokovic im Aus landete, warf der neue US-Open-Champion seinen Schläger zu Boden, ging kurz in die Knie und schlug ungläubig die Hände vor den Mund. "Glückwunsch an Andy zu seinem ersten Grand-Slam-Titel. Er hat es absolut verdient", sagte Djokovic.
Das Match war von Anfang an umkämpft, der Wind machte beiden Spielern zu schaffen. Nach dem mit 25 Minuten längsten Tiebreak, der je in einem US-Open-Finale gespielt wurde, gewann Murray den ersten Durchgang mit seinem sechsten Satzball.
Im zweiten Satz führte er bereits 4:0 und 5:2, ließ Djokovic aber nochmals auf 5:5 herankommen. Dann gelang Murray das Break zum 7:5. Doch der Schützling von Trainer Ivan Lendl konnte das Niveau nicht halten: Djokovic wurde stärker und gewann den dritten Satz in 46 Minuten 6:2, den vierten in 51 Minuten 6:3.
Obwohl Djokovic einen Tag weniger Pause hatte, war ihm lange kein Kräfteverschleiß anzumerken. Erst im fünften Satz bei 2:5-Rückstand ließ er sich massieren - so eine Behandlung wird allerdings auch gerne genommen, um den Gegner noch einmal aus dem Konzept zu bringen. Murray ließ sich jedoch nicht beirren und brachte sein letztes Aufschlagspiel souverän durch.
Murray ist der erste britische Grand-Slam-Sieger seit Fred Perry im Jahr 1936. Unter den Zuschauern in New York waren auch James-Bond-Darsteller Sean Connery und Fußballtrainer Alex Ferguson von Manchester United - beide stammen wie Murray aus Schottland.
Für Murray war es das fünfte Grand-Slam-Finale seiner Karriere. Bei den US Open 2008, den Australian Open 2010 und 2011 und in diesem Jahr in Wimbledon hatte er noch das Nachsehen. Dann gewann er jedoch in Wimbledon Olympia-Gold und tankte neues Selbstbewusstein. "Ich habe bis zum Schluss gekämpft und bin jetzt so erleichtert, dass ich das geschafft habe", sagte Murray.