Umstrittener Sportmediziner Armin Klümper ist tot
Armin Klümper in seiner Praxis in Freiburg im Jahr 1978
Foto: Horstmüller/ imago imagesDer deutsche Sportarzt Armin Klümper ist tot. Durch eine Todesanzeige in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" wurde bekannt, dass Klümper am 23. Juni gestorben sei. Der ehemalige Leiter des umstrittenen sportmedizinischen Instituts am Universitätsklinikum Freiburg wurde 84 Jahre alt. Zuletzt hatte Klümper in Kapstadt gelebt, wohin er im Jahr 2000 ausgewandert war.
Gegen Klümper gab es seit Langem schwerwiegende Dopingvorwürfe, verurteilt wurde er jedoch nie. Der Sportwissenschaftler Andreas Singler belastete Klümper in einem Gutachten schwer. In den Siebziger- und Achtzigerjahren soll der gebürtige Münsteraner systematisch Spitzensportler gedopt haben.
"Armin Klümper hat (...) für die alte Bundesrepublik Deutschland in einem Umfang Dopingpraktiken angewendet, die weit über das ohnehin schon bekannte Maß hinausgehen", schreibt Singler in dem 2017 veröffentlichten Gutachten . Bis zu den Dopingvorwürfen Mitte der Neunzigerjahre genoss Klümper ein hohes Ansehen auf seinem Gebiet.
Im November 1997 beschuldigte ihn die Hürdensprinterin Birgit Hamann, ihr ohne ihr Wissen Wachstumshormone verabreicht zu haben. Eine Patientin des Sportarztes war auch die Siebenkämpferin Birgit Dressel, die am 10. April 1987 an Multiorganversagen starb. Ihr Tod ist bis heute nicht restlos aufgeklärt.