Armstrong-Entlastung "Der Bericht ist lächerlich"
Montreal - Die Wada weist den Bericht des niederländischen Anwalts Emile Vrijman zu den Dopingvorwürfen gegen den siebenmalige Tour-de-France-Sieger Armstrong zurück. "Der Bericht ist eigentlich lächerlich. Wenn der Anlass nicht so ernst wäre, müssten wir den Bericht vollständig ignorieren", sagte Wada-Chef Dick Pound. Dem Vrijman-Bericht fehle jede Professionalität und Objektivität.
Die Wada überlegt nun, rechtliche Schritte gegen die Untersuchungskommission und den Radsport-Weltverband UCI einzuleiten.
Eine von der UCI eingesetzte Kommission unter der Leitung Vrijmans hatte in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht Armstrong "komplett vom Vorwurf entlastet, seinen ersten Toursieg 1999 mit Hilfe von Doping errungen zu haben".
Die UCI hatte erklärt, in der 132 Seiten langen Ausführung von Vrijman würde es keine Beweise gegen Armstrong geben. Die Untersuchungen gehen zurück auf die Vorwürfe der französischen Sportzeitung "L'Équipe", sechs aufgetaute und im Vorjahr nachträglich untersuchte Urinproben hätten beim US-Amerikaner Spuren des Blutdopingmittels Epo erbracht. Der im Vorjahr nach seinem siebenten Toursieg zurückgetretene Radprofi hatte stets geleugnet, gedopt zu haben und mehrere Prozesse geführt. 1999 war noch kein direkter Epo-Nachweis möglich - dieser existiert erst seit 2001.
Der Wada waren von der UCI gleichzeitig "Unregelmäßigkeiten" vorgeworfen worden. Auch Vrijman, früherer Direktor der nationalen Antidoping-Agentur, hatte in seinem Bericht der Wada und dem französischen Dopinglabor LNDD schwere Regelverstöße bei der Behandlung und Untersuchung der Proben bescheinigt.
pav/sid