Armstrong-Kritik an Pevenage "Ihre Arroganz hat sie zu Verlierern gemacht"
Paris - Obwohl er in Paris als großer Triumphator einrollte, stand Lance Armstrong nach eigenen Worten bei der Tour 2003 zwischenzeitlich vor dem Aus. "Ich hatte eine große Krise und war kurz vor dem Aufgeben", musste der Amerikaner in einem Interview zugeben, das er mit der französischen Sportzeitung "L'Equipe" nach seinem fünften Gesamtsieg führte.
Armstrong bezog sich dabei aus sein Debakel im ersten Zeitfahren in Cap Découverte, als Jan Ullrich ihm 1:36 Minuten abgenommen hatte: "Als ich bei der zweiten Zeitnahme meinen Rückstand hörte, dachte ich, die Tour ist vorbei."
Die Rundfahrt habe er am Morgen vor der Pyrenäen-Etappe nach Luz-Ardiden gewonnen. Da habe ihm einer seiner Helfer über einen Ausspruch von Ullrichs Teammanager Rudy Pevenage berichtet. "Bald werden wir sowieso das Gelbe Trikot haben", hätte der Belgier gesagt. Armstrong: "Ich habe meinen Mann angestarrt und ihm gesagt: Sie kriegen es nie."
Ullrichs Angriff an diesem Tag am Tourmalet sei ein Fehler gewesen, für den Pevenage als sportlicher Leiter die Verantwortung übernehmen müsse, so Armstrong in "L'Equipe": "Ihre Arroganz hat sie zu Verlierern gemacht, weil sie gedacht haben, ich kann nicht mehr folgen. Aber ich bin doch nicht irgendein hergelaufener Fahrer." Am Ende der Etappe hatte Armstrong seinen Vorsprung auf Ullrich von 15 Sekunden auf 1:07 Minuten ausgebaut.
Allerdings gab sich der 31-Jährige auch selbstkritisch: "Ich war vor der Tour zu 99,99 Prozent davon überzeugt, sie zu gewinnen. Das war ein gefährlicher Irrtum, dem ich mich nie mehr hingeben werde."