Australian Open Capriati und Hingis im Endspiel
Melbourne - Die Weltranglistenerste Capriati (USA) besiegte in einer Neuauflage des letztjährigen French-Open-Endspiels die Belgierin Kim Clijsters mit 7:5, 3:6, 6:1. Zuvor hatte die Schweizerin Martina Hingis mit einem 4:6, 6:1, 6:4 gegen die US-Amerikanerin Monica Seles das Finale erreicht.
"Zum ersten Mal bin ich die Favoritin, sie ist die Außenseiterin. Ich weiß genau, wie sie sich fühlt, weil ich im vorigen Jahr in dieser Position war", sagte Capriati im Hinblick auf das Finale am Samstag. Nach fünf Niederlagen in Folge konnte die 25 Jahre alte Amerikanerin die vergangenen drei Vergleiche gegen Hingis gewinnen. Die Schweizerin, einstige Nummer eins der Tennis-Welt, gab sich optimistisch: "Ich spiele stärker als erwartet und fühle mich viel besser als in den letzten drei Jahren."
Hingis fast fehlerlos
Viele Fans hätten gerne Seles im Endspiel gesehen. Sechs Jahre nach ihrem letzten von bisher neun Grand-Slam-Titeln verpasste die gebürtige Jugoslawin erneut ein Finale bei einem der vier wichtigsten Turniere. Die viermalige Australian-Open-Gewinnerin wurde wie schon 1999 im Halbfinale von Hingis gestoppt.
Die zu alter Form zurückgekehrte Schweizerin leistete sich in dem 1:40 Stunden langen Match nur zwölf leichte Fehler. Lediglich im ersten Durchgang ließ sie zu viele Breakchancen verstreichen und gab erstmals im Turnier einen Satz ab. Seles bemühte sich wie beim Erfolg über Venus Williams um druckvolles Spiel von der Grundlinie, 40 Fehler verhinderten jedoch den Erfolg.
"Martina hat gleichmäßiger gespielt. Zu viele Fehler kann man sich gegen sie nicht leisten", sagte Seles. Dennoch wurde es am Ende noch einmal sehr spannend, als die 28-Jährige nach einem 1:5-Rückstand auf 4:5 verkürzen konnte.
Weniger dramatisch als das Endspiel von Paris verlief die Begegnung zwischen Capriati und Clijsters. Im vorigen Mai hatte die Amerikanerin 12:10 im dritten Satz gewonnen. Clijsters nützte auch die Unterstützung ihres schon in Runde eins gescheiterten Verlobten Lleyton Hewitt auf der Tribüne nichts. Mit einem Ass besiegelte Capriati nach 1:37 Stunden den dritten Sieg im dritten Aufeinandertreffen.