Australian Open Safin düpiert Favorit Federer
Melbourne - Sechs Matchbälle hatte Federer abwehren können, aber mit dem siebten machte Safin die Sensation perfekt. An seinem 25. Geburtstag gewann er nach fast viereinhalb Stunden mit 5:7, 6:4, 5:7, 7:6 (8:6), 9:7 gegen Federer, der zuvor 26 Einzelspiele nacheinander nicht verloren hatte.
"Ich kann nicht glauben, dass ich sechs Matchbälle vergeben habe. Normalerweise gewinnst du nicht, wenn du solche Chancen nicht nutzt", gestand Safin. "Marat war am Ende der bessere Mann. Also hat er verdient gewonnen", sagte Federer.
Im Finale am Sonntag trifft der an vier gesetzte Safin entweder auf den australischen Lokalmatadoren Lleyton Hewitt oder die Nummer zwei der Setzliste, den US-Amerikaner Andy Roddick. Die beiden stehen sich am Freitag im zweiten Halbfinale gegenüber.
Safin und Federer boten den 15.000 Zuschauern in der Rod Laver Arena eine begeisternde Partie auf höchstem Niveau. Vor einem Jahr hatte der Russe an gleicher Stelle das Finale gegen den Weltranglistenersten in drei Sätzen klar verloren. Federer war zuletzt Mitte August in einem Einzel geschlagen worden: Damals unterlag er bei den Olympischen Spielen in der zweiten Runde dem Tschechen Tomas Berdych.
Federer hatte sich im Schlusssatz wegen eines eingeklemmten Nervs am kleinen Finger des Schlagarms behandeln lassen müssen. Der topgesetzte Schweizer vergab im vierten Durchgang seinen einzigen Matchball, als er gegen Safin im Tiebrak mit 6:5 führte. "Es ist so schwer, zu erklären, was hier passiert ist. Das war so ein großartiger Kampf", sagte Safin, der im letzten Satz bereits mit 5:2 vorn gelegen hatte.