Australian Open: Tag der geprügelten Deutschen - DER SPIEGEL
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Australian Open Tag der geprügelten Deutschen

Von den acht in Melbourne angetretenen deutschen Tennis-Herren sind sieben bereits nach der zweiten Runde ausgeschieden. Neben Tommy Haas steckten auch Rainer Schüttler und Björn Phau bittere Niederlagen ein. Bei den Frauen hat Anna-Lena Grönefeld die dritte Runde erreicht.
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Melbourne - Haas verlor 7:5, 6:2, 2:6, 6:7 (5:7), 3:6 gegen den Slowaken Karol Beck und wirkte dabei ab dem dritten Durchgang nicht mehr im Vollbesitz seiner Kräfte. Der zweimalige Halbfinalist von Melbourne, der sich am Jahresanfang eine Leistenverletzung zugezogen hatte, konnte sich nicht mehr wie gewohnt bewegen und spielte sehr riskant.

Bei Temperaturen um 35 Grad musste Haas seine Oberschenkel und seinen Nacken immer wieder mit riesigen Eisbeuteln kühlen, um die Partie fortsetzen zu können. Haas holte im vierten Satz zwar noch einmal einen 3:5-Rückstand auf und war im Tiebreak beim 5:5 nur zwei Punkte vom Sieg entfernt. Doch auch nachdem er sich etwas erholt hatte, unterliefen dem 26-Jährigen zu viele Fehler. Beck schaffte im fünften Satz das entscheidende Break zum 5:3 und feierte im zweiten Vergleich nach 3:32 Stunden gegen Haas seinen ersten Erfolg.

Zu wenig Flüssigkeit

"Mein Körper hat nach zwei Sätzen aufgehört zu arbeiten. Die Beine wollten nicht mehr weiter, ich war völlig am Ende. Hinterher dachte ich, ich muss mich übergeben. Ich bin dann zum Arzt und habe Infusionen bekommen", erklärte Haas, der in der australischen wahrscheinlich zu wenig getrunken hatte.

Auch für Björn Phau war in der zweiten Runde Schluss. Der in München lebende Tennis-Profi verlor am Mittwoch 5:7, 2:6, 1:6 gegen den Kroaten Mario Ancic. Phau führte im ersten Satz zwar 4:2, doch danach dominierte Ancic mit seinem druckvollen Spiel die Partie und profitierte zudem von vielen Fehlern seines Gegners.

Damit ist von den ursprünglich acht deutschen Herren bisher keiner in die dritte Runde eingezogen. Auch Rainer Schüttler, der vor zwei Jahren noch das Finale in Melbourne erreichte, bezog in der zweiten Runde eine Lehrstunde. Gegen Andre Agassi, seinem Endspielgegner von 2003, hatte der Hesse nicht den Hauch einer Chance und wurde mit 3:6, 1:6 und 0:6 vom Platz gefegt. Der einzige verbleibende deutsche Tennisprofi, der beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres noch im Feld steht, ist damit Philipp Kohlschreiber, der morgen auf den zweifachen Olympiasieger Nicoals Massu trifft.

Bei den Damen setzte sich Anna-Lena Grönefeld in der zweiten Runde mit 6:2, 7:6 (7:2) gegen die letztjährige Halbfinalistin Fabiola Zuluaga aus Kolumbien durch. Die 19-Jährige trifft am Freitag in Melbourne auf Vera Duschewina, der im rein russischen Vergleich gegen Vera Zwonarewa mit 6:3, 6:3 auch eine Überraschung gelang.