Australian Open "Lucky Loser" Robert schreibt Geschichte
Tennis-Profi Robert: Im Achtelfinale gegen Murray
Foto: BRANDON MALONE/ REUTERSHamburg - Eigentlich wäre Stephane Robert längst wieder zu Hause. Nach seiner Niederlage in der Qualifikation gegen den Deutschen Michael Berrer waren die Australian Open für ihn bereits beendet, bevor sie richtig angefangen hatten. Dann klingelte plötzlich das Handy des Franzosen. Am anderen Ende: die Turnierleitung, die ihm sagte, dass er in zehn Minuten auf Court sieben sein müsse. Philipp Kohlschreiber hatte kurzfristig verletzt abgesagt, so dass der 33-Jährige in Melbourne doch noch ins Hauptfeld rutschte.
"Ich hatte keine Ahnung", sagte Robert. Er habe nicht die ganze Zeit in der Umkleide gestanden und geschaut, wie fit die anderen Spieler sind. "Ich wusste auch nicht, dass Philipp Probleme hatte." Beim nächsten Treffen werde er dem Augsburger danken, kündigte die Nummer 119 der Weltrangliste an.
Denn Robert hat die unverhoffte Chance genutzt, wie vor ihm noch kein Spieler in Melbourne. Erst besiegte er den Slowenen Aljaz Bedene 7:6, 6:3, 6:0; dann setzte er sich gegen Michal Przysiezny aus Polen durch (7:6, 6:1, 6:7, 6:1). Am Samstag gelang der nächste Erfolg, Robert bezwang den ebenfalls nachgerückten Slowaken Martin Klizan 6:0, 7:6, 6:4. Es war ein historischer Sieg: Als erster Profi in der Geschichte der Australian Open steht in Robert ein "Lucky Loser" im Achtelfinale.
Auch für Robert selbst ist der Erfolg außergewöhnlich. Nie zuvor hat der Franzose es bei einem Grand-Slam-Turnier so weit geschafft. Der Lohn ist nicht nur ein Eintrag in die Geschichtsbücher, sondern auch das höchste Preisgeld seiner Karriere: Mit dem Erreichen des Achtelfinales hat er etwa 90.000 Euro sicher.
Allerdings dürfte Roberts Abenteuer mit großer Wahrscheinlichkeit im Achtelfinale enden. Denn dort wartet der letztjährige Wimbledonsieger und Australian-Open-Finalist Andy Murray.