Autounfall Ullrich war betrunken
Freiburg - "Wir wissen, dass sein Wert zwischen 1,4 und 1,5 Promille gelegen hat", bestätigte Telekom-Teamsprecher Olaf Ludwig am Sonntag. Gegen Ullrich ermittelt die Staatsanwaltschaft Freiburg wegen Trunkenheit am Steuer, Fahrerflucht und Sachbeschädigung.
Ullrich-Manager Wolfgang Strohband hatte bereits am Freitag eingeräumt, dass sein Schützling am Abend des 1. Mai "ein paar Glas Wein" getrunken habe. Ullrichs Führerschein sei eingezogen worden, sagte Strohband, der vermutet, dass der Olympiasieger und den Zeitfahrweltmeister "offensichtlich aus Frust über einen erneuten gesundheitlichen Rückschlag mit seinem Porsche ein bisschen viel Gas gegeben" habe.
Der Sieger der Tour de France von 1997 war in den Morgenstunden des 1. Mai unweit des Freiburger Hauptbahnhofs mit seinem Sportwagen ins Schleudern geraten und gegen ein Geländer sowie mehrere Fahrräder geprallt. Anschließend hatte der 28 Jahre alte Ullrich Fahrerflucht begangen. In der Vergangenheit hatte der gebürtige Rostocker bereits einmal wegen überhöhter Geschwindigkeit seinen Führerschein abgeben müssen.
Keine Geldstrafe durch Team Telekom
"Ich habe Mist gebaut. Ich stehe zur Sache und werde alle Konsequenzen tragen", erklärte Ullrich auf seiner Internet-Seite zu seiner nächtlichen Irrfahrt, "ich bin nur froh, dass niemand verletzt worden ist." Für den Schaden - laut Staatsanwaltschaft rund 1700 Euro - wolle er aufkommen. Die Reparatur seines flotten Flitzers muss der Telekom-Fahrer ohnehin selbst bezahlen.
Telekom-Teammanager Walter Godefroot will in den kommenden Tagen nach Merdingen fahren, wo Ullrich wohnt, um mit dem Bruchpiloten zu sprechen. "Es wird in dieser Woche auf jeden Fall noch ein klärendes Gespräch geben", sagte Ludwig. Eine Geldstrafe für Ullrich wird beim Bonner Radrennstall jedoch ausgeschlossen.