Bahnrad Fiedler holt erneut Bronze
Sydney - Damit konnte Fiedler, der sich zuvor auch im Sprint mit dem dritten Platz begnügen musste, seinen Traum vom Olympia-Gold in Sydney nicht verwirklichen. Trotz der kleinen Enttäuschung ließ sich Fiedler jedoch nicht zweimal zur Siegesfeier bitten: "Heute Abend trinke ich mit meinem Freund Florian Rousseau ein gutes Glas Rotwein", sagte der Weltmeister der vergangenen beiden Jahre.
Bei der Olympia-Premiere im Keirin zum Abschluss der Bahn-Wettbewerbe im Velodrom wollte Fiedler nach Gold im Bahnsprint 1992 und 1996 auch bei seinen dritten Spielen ganz oben auf das Siegerpodest. Doch er zog den Sprint zu früh an: "Ich wollte die anderen eigentlich nur täuschen, doch das hat nicht geklappt", sagte er. "Zweimal Bronze ist aber auch nicht schlecht, auch wenn ich in meiner Lieblingsdisziplin gern erster Olympiasieger aller Zeiten geworden wäre", resümierte der 30-Jährige aus Chemnitz, der zuvor angekündigt hatte, auch 2004 in Athen antreten zu wollen.
Bei dem Rennen über 2000 Meter mit Schrittmacher bis 500 Meter vor Schluss setzte sich am Ende der Franzose Florian Rousseau vor dem Australier Gary Neiwand durch. Rousseau hatte bereits im Sprint Silber geholt und gewann mit dem Keirin-Erfolg sein zweites olympisches Gold nach dem Sieg über 1000 Meter in Atlanta 1996. Jan van Eijden aus Dudenhofen kam als Vierter ein
Zuvor hatte bereits Judith Arndt aus Frankfurt/Oder, Olympiadritte von Atlanta in der Verfolgung, im Punktefahren der Frauen mit 12 Punkten ihre zweite Bronzemedaille nur knapp verpasst. Die Italienerin Antonella Bellutti (19 Punkte) gewann im Schlussspurt ihr zweites Gold nach 1996. Verfolgungs-Olympiasiegerin Leontien Zijlaard-van Moorsel aus Holland (16 Punkte) wurde Zweite vor der Russin Olga Sliussarjewa (15 Punkte).
Trotzdem konnte der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) mit der Abschlussbilanz zufrieden sein. Mit sechs Medaillen (2-2-2) konnte man vier Jahre nach der Enttäuschung von Atlanta (1-0-1) fast an alte Glanzzeiten anknüpfen. Nur Frankreich (4-2-0) war besser, auf dem dritten Rang folgte überraschend schon Gastgeber Australien (1-2-3).
Zufrieden zog BDR-Präsident Manfred Böhmer Bilanz: "Das Abschneiden unserer Bahnfahrer ist eine große Freude. Die finanzielle Förderung ohne Kürzungen ist damit weiter gesichert. Die Aussichten für die nächsten Sommerspiele in Athen 2004 sind gut, denn auch beim Nachwuchs stimmt es."
In der vorletzten Entscheidung hatten die 6000 Zuschauer im Velodrom zuvor den Erfolg des australischen Teams im Zweier-Mannschaftsfahren gefeiert. Scott McGrory und Brett Aitken gewannen vor den Belgiern Etienne de Wilde und Matthew Gilmore und den Italienern Marco Villa und Silvio Martinello. Olaf Pollack aus Kolkwitz und Guido Fulst aus Berlin landeten auf dem sechstem Platz.
Von Dieter Hennig und Martin Haas, sid