Baseball: Yankees gewinnen World Series - DER SPIEGEL
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Baseball Yankees gewinnen World Series

Déjà vu in der Major League Baseball. So wie das alte Jahrtausend aufhörte, fing das neue an - mit einem Titelgewinn der New York Yankees.
Von Tobias Pox
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

New York - Auch dieses Mal wurde die Kabine der Yankees überflutet. Allerdings nicht mit schmuddeligem Rohrwasser wie nach Spiel vier, sondern mit edlem Champagner: Nach einem 4:2-Sieg bei den Mets am Donnerstagabend haben die "Yanks" die diesjährige World Series, die zum ersten Mal seit 44 Jahren wieder eine reine New Yorker Angelegenheit war, mit 4:1 gewonnen und sind zum dritten Mal in Folge und 26. Mal in der Vereinsgeschichte Meister geworden.

"Das ist der glücklichste Tag meines Lebens", offenbarte Luis Sojo nach dem Titelgewinn, "ich kann es noch gar nicht fassen". Kein Wunder, denn der Second-Base-Spieler der Yankees erlebte innerhalb weniger Minuten mehr Dramatik als andere Sportler in der gesamten Karriere. Der 34-Jährige wurde erst im achten Inning beim Stand von 2:2 eingewechselt und sorgte einen Durchgang später für die Entscheidung. Mit einem Hit ins Centerfield ermöglichte Sojo seinen Mannschaftskollegen Jorge Posada und Scott Brosius, das Homebase zu überqueren und die zwei entscheidenden Runs einzufahren. Die Ankündigung der Yankees vor dem Spiel - "Nächste Haltestelle - Meisterschaft" - war damit Realität geworden.

Luis Sojo war aber nicht der Einzige, der sein Glück nicht fassen konnte. "Was soll ich sagen", fragte Teamkollege Derek Jeter verlegen, nachdem ihm die Trophäe des wertvollsten Spielers (MVP) der Finalserie überreicht worden war. Die Antwort wussten andere. Zum Beispiel Mike Stanton: "Der Knabe ist einfach unglaublich", lobte er seinen Kompagnon. In der Tat. Obwohl erst 26 Jahre alt, hat Jeter in fünf Jahren bereits vier Meisterschaften gewonnen - weshalb er schon mit dem legendären Joe DiMaggio verglichen wird, der nach seiner Ankunft bei den Yankees im Jahr 1936 auch gleich vier Titel holte.

Jeter, der wie schon am Abend zuvor am Donnerstag einen weiteren Homerun schlug und im sechsten Innning den 2:2-Ausgleich für sein Team besorgte, übte sich jedoch in Bescheidenheit: "Die Yankees sind eine Ansammlung von MVPs, es ist nicht nur ein Spieler". Und er vergaß auch den Verlierer nicht. "Die Mets sind das beste Team, gegen das wir seit Jahren gespielt haben", zollte Jeter dem Lokalrivalen Respekt. Yankees-Besitzer George Steinbrenner stimmte seinem Arbeitnehmer bei: "Die Mets haben uns alles abverlangt".

Die Ergebnisse bestätigen das. Mit Ausnahme des letzten Spiels verloren die "Amazin' Mets" jeweils nur mit einem einzigen Run Unterschied. Und wer weiß, welchen Verlauf die World Series genommen hätte, wenn Schluss-Pitcher Armando Benitez im ersten Spiel die Nerven behalten und seinen "Metties" die 3:2-Führung über die Zeit gerettet hätte. Aber das Team aus Queens verlor die Auftaktpartie gegen den Stadtbruder aus der Bronx (3:4) - ebenso wie nun die Finalserie.

Auch nach dem sportlichen Ende des innerstädtischen Meisterschaftsrennen wird der "Big Apple" indes nicht zur Ruhe kommen. Es wird noch lange diskutiert und analysiert werden. Und natürlich gefeiert. Zumindest im Lager der Yankees, das traditionell wieder mit einer großen Siegesparade durch die Straßen Lower Manhattans ziehen wird. Allerdings dürfte dies für einige Akteure der letzte Auftritt im Yankee-Dress sein. Denn der Rekordmeister plant trotz der Meisterschaft, seinen als zu alt geltenden Kader neu zu durchmischen.