Baseballstar Lidle Er dachte nur ans Fliegen
Hamburg - In einem Interview mit der "New York Times" hatte der 34-Jährige am 8. September seine Faszination für das Fliegen geschildert. Sicherheitsbedenken hatte Lidle offenbar keine. Er sprach davon, dass 99 Prozent der Piloten ihre Maschinen sicher im Griff hätten. Das Restrisiko von einem Prozent könne er bei seiner Maschine durch das besondere Sicherheitssystem ausräumen, so Lidle.
Die Maschine des Baseballstars, eine Cirrus SR-20, Neupreis rund 160.000 Euro, verfügte über eine hochmoderne Fallschirmvorkehrung. Im Gefahrenfall soll diese den Flieger sicher zu Boden bringen. Warum dies bei Lidle nicht der Fall war, ist noch offen. Offenbar hatte er Treibstoffprobleme.
Jedenfalls ist davon auszugehen, dass Lidle der New Yorker Luftraum nicht bekannt war. Erst im August dieses Jahres war er vom Team der Philadelphia Phillies in die Metropole gewechselt. Sein Debüt in der Major League Baseball (MLB) feierte der in Hollywood geborene Profi 1997. Insgesamt war er für sieben Teams aktiv, darunter die Tamba Bay Devil Rays, die Oakland Athletics, die Toronto Blue Jays und die Cincinatti Reds. Sein Jahresgehalt in der vergangenen Spielzeit wird mit 3,3 Millionen Dollar angegeben.
Völlig überraschend kam das Aus der Yankees am vergangenen Samstag in der ersten Runde der Playoffs. Der Titelkandidat unterlag dem Außenseiter Detroit Tigers in vier Partien. Lidle selbst war nur im letztem Spiel dabei, eine Verletzung am rechten Finger hatte ihn immer wieder zurückgeworfen.
Die reguläre Saison hatten die Yankees noch gemeinsam mit dem New York Mets als bestes Team abgeschlossen (97 Siege, 65 Niederlagen). Lidle galt nicht als Spitzenspieler, in den Topstatistiken der MLB fehlt er.
Seit neun Jahren war Lidle mit seiner Ehefrau Melanie Varela verheiratet. Das Paar hatte einen gemeinsamen sechsjährigen Sohn, Christopher. Nach seinem Wechsel zu den Yankees wurden ihm von seinem ehemaligen Teamkollegen aus Philadelphia, Arthur Rhodes, in einem Interview schwere Vorwürfe gemacht. "Er hat nur seinen eigenen Kopf. Cory denkt nur ans Fliegen und ans Zocken, keinerlei Arbeitsmoral. Am liebsten würde er im Clubhaus sitzen und Eiscreme essen. Er ist ein Auswechselspieler."