Basketball Alba-Profi Mamic muss Karriere beenden
Berlin - "Ich muss aufhören. Es ist schade, aber ich habe alles probiert und es macht keinen Sinn mehr", erklärte der Kroate heute bei einer Pressekonferenz in der Max-Schmeling-Halle. "Ich habe bereits begonnen, mich als Trainer zu fühlen. Das ist keine Notgeburt, sondern eine Option, die ich mir schon immer vorstellen konnte", so Mamic, der eines der Alba-Nachwuchsteams betreuen soll.
Zuvor muss er allerdings die notwendigen Trainerlizenzen erwerben. "Früher oder später wird er dann für eines unserer Teams Verantwortung übernehmen", erklärte Alba-Geschäftsführer Marco Baldi: "Matej ist eine absolute Persönlichkeit und hat eine große Perspektive als Trainer."
Der 2,03 Meter große Mamic war im Heimspiel gegen TBB Trier am 26. November 2005 nach einer Angriffsaktion unglücklich zu Boden gefallen, hatte sich dabei die Wirbelsäule verdreht und eine Rückenmarkquetschung erlitten. Mamic, Vater von drei Kindern, war kurzzeitig gelähmt. Wochenlang drohte ihm ein Leben im Rollstuhl.
Der anfangs schnell verlaufende Genesungsprozess verlangsamte sich zuletzt immer mehr. Mamic kann zwar laufen, Auto fahren und ein normales Leben führen, doch Koordinationsprobleme der linken Körperhälfte machen professionelles Basketballspielen unmöglich.
Die Berliner hatten nach dem Unfall stets zu ihrem ehemaligen Kapitän gehalten. Mamic ist sogar auf dem Mannschaftsfoto der aktuellen Saison abgebildet und hatte im Mai 2006 noch einen neuen Einjahresvertrag erhalten. Heute war der frühere kroatische Nationalspieler glücklich über den Verlauf, den seine Geschichte genommen hat: "Ich habe den größten Kampf meines Lebens gewonnen und kann wieder ein Lachen auf das Gesicht meiner Frau und meiner Kinder zaubern, wenn ich ein normaler Familienvater bin. Ich bin Alba für die große Unterstützung unheimlich dankbar. Es ist und bleibt mein Verein."
pav/sid