Belastung im Basketball "Nur bis 30 spielen und dann am Stock gehen?"
Nihad Djedovic (r.), Akeem Vargas
Foto: Matthias Balk/ dpaNihad Djedovic von Double-Gewinner Bayern München hat die Belastung im europäischen Basketball kritisiert. "Will man die Spieler soweit zerstören, dass sie nur bis 30 spielen können und dann am Stock gehen? Das kann nicht Ziel dieses Wettbewerbs sein", sagte der 28-Jährige in einem Interview mit dem "Münchner Merkur" .
Die Bayern sind in der kommenden Saison in der Bundesliga, in der Euroleague und im Pokal gefordert, müssen bestenfalls mehr als 80 Spiele absolvieren. "Man ist wochenlang fast jeden dritten Tag auf dem Parkett - dieser Kalender schadet dem Basketball und den Spielern, die sich zwangsläufig häufiger verletzen. Es ergibt wenig Sinn, so zu spielen."
NBA-Klubs absolvieren 82 Saisonspiele
Selbst in Nordamerika sei der Alltag für die Profis nicht so zermürbend. "Man sollte sich an der NBA ein Vorbild nehmen, dort kann ein Dirk Nowitzki mit 40 Jahren noch spielen - hier wäre das nicht möglich", sagte Djedovic. Allerdings macht jeder NBA-Klub 82 Saisonspiele in rund sechs Monaten, dazu kommen bis zu 28 Play-off-Partien. Stars wie Nowitzki oder LeBron James haben in der Vergangenheit die hohen Belastungen kritisiert und sich für eine Verkürzung der Saison ausgesprochen.
Djedovic kritisiert zudem fehlende Loyalität vieler Vereine. "Bleibt der Erfolg aus, dann musst du wechseln - viele Verantwortliche haben da keine Geduld. Durch die kurzen Verträge stehen die Spieler extrem unter Druck, bei 80 Prozent der Klubs bist du nach einer längeren Verletzung weg vom Fenster", sagt Djedovic auf die Frage nach häufigen Vereinswechseln im Basketball: "Andererseits nutzen Spieler ihre Lage nach einer guten Saison aus, um mehr Geld zu fordern. Dadurch kommt es zu vielen Wechseln."