Basketball-Playoffs Köln erstmals deutscher Meister
Köln Es war eine eindrucksvolle Revanche, die RheinEnergie Köln mit dem 85:74 (45:32) über Pokalsieger Alba Berlin hinlegte. Die Rheinländer hatten noch vor vier Jahren in den Playoffs mit 0:3 das Nachsehen gegen den Gegner aus der Hauptstadt. Jetzt drehten sie den Spieß um: 3:1 lautete das Ergebnis nach den Endspielen. Für die Kölner ist das Erringen der Meisterschaft der dritte große Erfolg nach den Pokalsiegen 2004 und 2005.
Vor 3200 Zuschauern in der restlos ausverkauften Halle erwischten die Kölner vor heimischem Publikum den besseren Start und gingen früh mit 10:2 (3.) in Führung. Den Vorsprung verteidigten sie nicht zuletzt aufgrund einer konzentrierten Vorstellung in der Abwehr bis zum Ende des ersten Viertels (25:18). Köln agierte, angetrieben von den beiden Aufbauspielern Titus Ivory und Michael Jordan äußerst aggressiv und zeigte jenen Siegeswillen, mit dem es am vergangenen Sonntag in Berlin einen 24-Punkte-Rückstand wettgemacht und die Begegnung in letzter Sekunde gedreht hatte.
Bis zur 13. Minute baute RheinEnergie den Vorsprung auf 30:18 aus. Die Berliner wirkten teilweise ratlos gegen die auch mental schnelleren Kölner und leisteten sich besonders in der Defensive einige Schwächen. Die Gastgeber, die mit einem Schnitt von 23,3 Jahren das jüngste Team der Liga stellen, nutzten die Chance und lagen zur Halbzeit mit 13 Punkten vorn.
Den Titel vor Augen fand RheinEnergie nach dem Wechsel schneller in die Begegnung und führte nach 23 Minuten sogar 49:34. Die erwartete Reaktion der Berliner blieb aus. Auch die Versuche der "Albatrosse" misslangen, über Distanzschüsse wieder ins Spiel zu kommen. Allerdings mussten die Gäste auch auf den verletzten Leistungsträger Jovo Stanojevic verzichten, der nach der Saison als bester Spieler der zurückliegenden Spielzeit geehrt worden war.
Die Vorentscheidung war mit dem 63:45 zwei Minuten vor Ende des dritten Spielabschnitts scheinbar gefallen. Doch Berlin kam noch einmal mächtig auf und verkürzte bis auf 71:73 - letztlich jedoch vergebens.
Die Gastgeber hatten in Glen McGowan (17 Punkte) ihren besten Werfer. Treffsicherster Berliner war Sharrod Ford (25). Der überragende Kölner Immanuel McElroy erhielt die Auszeichnung des "MVP", des besten Spielers der Playoffs.
reh/sid