Basketball: Skyliners schocken ALBA - DER SPIEGEL
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Basketball Skyliners schocken ALBA

Sensation beim Pokalwettbewerb der Basketballer. Nicht der hohe Favorit und Cup-Verteidiger ALBA Berlin, sondern der Emporkömmling Skyliners Frankfurt hat sich den Vereinspokal des DBB gesichert.
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Frankfurt am Main - Der "Retorten-Klub" Frankfurt Skyliners hat für die große Überraschung gesorgt und erstmals den DBB-Pokal gewonnen. In einem packenden Finale setzte sich der erst vor knapp zehn Monaten gegründete Basketball-Bundesligist mit 76:68 (31:33) gegen Titelverteidiger und Top-Favorit Alba Berlin durch. Der deutsche Meister verpasste damit auch den ersten Schritt zum dritten "Double" nach 1997 und 1999.

Dagegen feierte der Tabellen-Zweite aus der Main-Metropole, der in den Punktspielen zwei klare Niederlagen gegen den souveränen Spitzenreiter aus Berlin erlitten hatte, in seiner kurzen Vereinsgeschichte bereits den ersten großen Triumph. Im Endspiel um die deutsche Meisterschaft Ende Mai könnte es zur Revanche zwischen beiden Mannschaften kommen. Beste Werfer vor rund 4000 Zuschauern in der Frankfurter Ballsporthalle waren Gery Collier (24 Punkte) und Sinisa Kelecevic (20) für die Gastgeber sowie Terry Dehere (16) und Wendell Alexis (12) für das Team aus der deutschen Hauptstadt.

"Der Sieg ist eine große Überraschung. Aber wir sind sehr stolz darauf, dass wir die beste deutsche Mannschaft schlagen konnten. Daher sollte man mit Blick auf die Meisterschaft auch die Kirche im Dorf lassen", meinte ein stolzer Frankfurter Coach Stefan Koch. Sein Gegenüber Svetislav Pesic nahm die Niederlage relativ gelassen und meinte: "In der zweiten Halbzeit waren die Frankfurter einfach frischer und schneller, während wir unseren Rhythmus nicht gefunden haben. Natürlich können wir besser spielen, aber man spielt immer so gut wie es der Gegner erlaubt und Frankfurt war heute besser. Jetzt werden wir einen Titel weniger haben".

Besonderes Verdienst am ersten Titelgewinn der Skyliners gebührt vor allem Koch, der mit dem MTV Gießen im vergangenen Jahr noch das Cup-Finale gegen die Berliner verloren hatte. Dagegen musste der erfolgsverwöhnte Svetislav Pesic, dessen Mannschaft in dieser Saison zuvor nur zweimal gegen nationale Konkurrenten verloren hatte, nach dem Viertelfinal-Aus in der Europa-Liga einen weiteren Dämpfer hinnehmen.

Dabei sah es zunächst so aus, als wenn die Gäste ihre Favoritenstellung eindrucksvoll unter Beweis stellen würden. Zwar erzielten die Frankfurter durch Collier den ersten Korb des Finales, doch danach zog Alba bis zur vierten Minute auf 11:2 davon. Doch die Hessen berappelten sich, holten Punkt um Punkt auf und konnten die Begegnung bis zur Pausensirene wieder ausgeglichen gestalten. Allerdings gingen die Berliner mit 33:31 in die Halbzeit.

Wer in der knappen Führung des besten und erfolgreichsten deutschen Basketball-Teams der vergangenen Jahre bereits eine Vorentscheidung sah, wurde getäuscht. Stattdessen gingen die Frankfurter, angetrieben vom überragenden Spielmacher Kai Nürnberger erneut in Führung und bauten den Vorsprung vorentscheidend auf 62:46 (36.) aus. Während dem Außenseiter unter dem Jubel der begeisterten Zuschauer in dieser Phase beinahe alles gelang, häuften sich bei den zusehends ratloser wirkenden Berlinern die Fehler und auch im Endspurt konnten sie der Partie keine Wende mehr geben.

Bereits im Halbfinale hatte Alba beim 79:64 (33:32)-Sieg gegen den Bundesliga-Konkurrenten aus Trier einige Mühe gehabt. Ohne Probleme hatten sich dagegen die Skyliners gegen Zweitligist SER Rhöndorf durchgesetzt. Die Hessen schlugen ihren Kooperationspartner, dem sie vor der Saison die Erstliga-Lizenz abgekauft hatten, 76:53 (39:22). Das Spiel um Platz drei gewann Trier, Pokalsieger von 1998, 94:91 (40:36) gegen Rhöndorf.