Basketball: Spannungen in Hause Pesic - DER SPIEGEL
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Basketball Spannungen in Hause Pesic

Die im September bevorstehende EM beschert Deutschlands Basketballern eine Begegnung der besonderen Art. In der Vorrunde kommt es zum Duell Vater gegen Sohn.
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Frankfurt am Main - Das pikante EM-Los sorgt für eine Art Familien-Zusammenführung auf sportlichem Parkett. Wenn Deutschlands Basketballer am 2. September bei der EM in der Türkei in Antalya auf Jugoslawien treffen, dann gibt es ein Wiedersehen des jugoslawischen Trainers Svetislav Pesic mit seinem im deutschen Nationaltrikot spielenden Sohn Marko. "Ich freue mich auf das Duell mit den Deutschen, speziell auf Marko", sagte der 50-Jährige zu dem Treffen in der EM-Vorrunde.

Für Pesic senior ist das letzte Vorrundenspiel der Gruppe C eine Wiederbegegnung der besonderen Art. In seiner sechsjährigen Amtszeit (1987-1993) als Bundestrainer des Deutschen Basketball Bundes (DBB) weckte er die international nur zweitklassigen deutschen Korbjäger aus ihrem Dornröschenschlaf und führte sie mit dem EM-Sieg am 4. Juli 1993 in der Münchner Olympiahalle zum größten Triumph der DBB-Geschichte. Danach holte er mit Alba Berlin vier Meistertitel in Serie (1997-2000), zwei Pokalsiege und als Krönung den europäischen Korac-Pokal (1995).

Alte Hasen und junge Hüpfer


Jetzt steht der erfolgreichste Coach im deutschen Basketball für Jugoslawien an der Seitenlinie. Nach dem schlechten Abschneiden beim olympischen Basketball-Turnier von Sydney 2000 (6. Platz) soll Pesic die einst unangefochtene Basketball-Spitzennation (sieben EM-Titel) wieder in die Erfolgsspur bringen. "Ich weiß noch nicht, wie mein Kader aussieht. Er wird sich aus alten Hasen und jungen Hüpfern zusammensetzen", sagte Pesic. Top-Spieler wie NBA-Star Vlade Divac (Sacramento Kings), Zejlko Rebraca, Dejan Bodiroga oder der von Pesic zu Alba vermittelte Dejan Koturovic werden den Deutschen das Körbewerfen schwer machen.

Für das derzeitige deutsche Nationalteam hat Pesic hohes Lob parat: "Eine Mannschaft mit sehr viel Talent. Wir werden sie auf keinen Fall unterschätzen. Ich hoffe, dieses letzte Gruppenspiel wird für keine Mannschaft mehr entscheidend für den Einzug ins Viertelfinale sein."

"Jugoslawien ist für mich Favorit"


Schon vor dem Ernstfall von Antalya trifft die Mannschaft von Bundestrainer Henrik Dettmann ("Jugoslawien ist für mich Favorit und ein ernsthafter Titelanwärter") zweimal auf das Pesic-Team: Im Rahmen der EM-Vorbereitung der Jugoslawen vom 22. Juli bis 2. August im hessischen Rotenburg/Fulda und beim Endturnier um den "Nations Cup" vom 3. bis 5. August in Braunschweig. Das letzte wichtige Treffen verloren die Deutschen bei der EM 1999 in Paris mit 68:78.

Von Reinhard Schwarz, dpa