Basketball-WM Deutsche Titelträume
Indianapolis - "Die Vorrunde ist Pflicht, das Viertelfinale drin und dann alles möglich", sagt Dirk Nowitzki. Die Bilanz spricht allerdings ganz klar gegen die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB). Die beiden bislang einzigen Versuche, im Konzert der weltbesten Nationen eine passable Rolle zu spielen, scheiterten kläglich. Sowohl 1986 als auch 1994 kam das DBB-Team nicht über die Vorrunde hinaus.
Doch mit dem vierten Platz bei der EM 2001 in der Türkei sind die Erwartungen gestiegen. "Nowitzki macht den Unterschied", weiß Bundestrainer Henrik Dettmann um die Extraklasse seines Stars, "aber wir haben mit Patrick Femerling, Marko Pesic und dem erfahrenen Henrik Rödl weitere Führungsspieler."
Für das Unternehmen WM-Medaille müssen Nowitzki & Co. aber erst die Vorrunde überstehen. Mit den USA und Geheimfavorit China, auf den die Deutschen am Freitag (0.30 Uhr MESZ) zum Auftakt treffen, haben die Dettmann-Schützlinge schwere Kontrahenten erwischt. Der dritte Gruppengegner ist Afrikameister Algerien
"Die US-Spieler sind auch nur Menschen"
Der Weg zum WM-Gold wird aber nur über den Gastgeber und dreifachen Weltmeister (1954, 1986 und 1994) führen. Bei der ersten WM auf dem Boden des Basketball-Mutterlandes wollen die US-Boys dem Rest der Welt beweisen, wo noch immer am besten gespielt wird. Außerdem soll Titelverteidiger Jugoslawien vom Thron gestoßen werden. Bei der WM 1998 hatte es für die USA, die mit einem Collegeteam an den Start gegangen waren, nur zu einem enttäuschenden dritten Platz gereicht.
"Die USA sind zwar Favorit, aber auch nicht unschlagbar", sagt Jugoslawiens Coach Svetislav Pesic. Der ehemalige Bundestrainer, der Deutschland 1993 zum EM-Titel geführt hatte, liegt damit auf einer Wellenlänge mit seinem Kollegen Dettmann. Der Finne hatte nach dem letzten WM-Test gegen die USA (79:91) gelassen festgestellt: "Die US-Spieler sind auch nur Menschen."