Baumann Start Ende Mai geplant
Aachen - Der unter dringendem Dopingverdacht stehende Dieter Baumann rechnet weiterhin fest mit einem Freispruch und plant bereits für Ende Mai einen Qualifikationsversuch für die Olympischen Spiele in Sydney. "Ich bin der festen Überzeugung, dass man mich nicht verurteilen kann. Und ich bin auch nach wie vor in meinem Rechtsglauben derart überzeugt, dass ich in Sydney starte", sagte der 5000-Meter-Olympiasieger von 1992 am Dienstagabend bei einer Podiumsdiskussion.
Der 35 Jahre alte Europarekordler, der im Herbst vergangenen Jahres positiv auf das Muskelaufbaupräparat Nandrolon getestet worden war, war erst am Wochenende von einem fünfwöchigen Höhentrainingslager in Flagstaff im US-Bundesstaat Arizona zurückgekehrt. "Ich habe mich dort auf die deutschen 10.000-Meter-Meisterschaften am 27. Mai in Troisdorf vorbereitet", erklärte Baumann.
Allerdings erscheint es fraglich, ob der Rechtsausschuss des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) bis dahin ein Urteil gefällt hat. Der DLV hat eine Zweijahressperre beantragt. Eine zum zweitenmal von Baumann-Anwalt Dr. Michael Lehner beantragte einstweilige Aufhebung der Suspendierung für den Olympia-Qualifikationszeitraum hat der Rechtsausschuss-Vorsitzende Wolfgang Schoeppe laut DLV-Pressemitteilung abgelehnt.
"In meinem Fall ist ein Anschlag verübt worden, es gibt einen Täter und den hätte ich gerne gefunden", wiederholte Baumann seine Verschwörungstheorie. "Da will mich jemand ausradieren, viele Türen sind für mich zugeschlagen, ich kann morgen nur noch bei der Tankstelle in der Nachtschicht anfangen", so der ehemalige Olympiasieger. Dem möglichen Täter unterstellte er drei Motive: "Der wollte, dass ich nicht mehr laufe, das ich nicht im Sport bleibe und das ich nicht mehr gegen Doping kämpfe. Aber ich werde nicht aufgeben."