BBL-Finale: Endspiel in Freak City - DER SPIEGEL
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BBL-Finale Endspiel in Freak City

Das Traumfinale der Basketball Bundesliga geht in seine letzte Runde. Gastgeber Bamberg will sich das zweite Double in Folge sichern, Berlin die neunte Meisterschaft. Dabei setzt der Titelverteidiger auf seine Heimstärke, der Herausforderer auf den Überraschungseffekt.
Bambergs Roberts (l.): Spiel fünf bringt die Entscheidung
Bambergs Roberts (l.): Spiel fünf bringt die Entscheidung

Bambergs Roberts (l.): Spiel fünf bringt die Entscheidung

Foto: Bongarts/Getty Images
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Hamburg - Die Paarung Brose Baskets Bamberg gegen Alba Berlin galt schon vor Beginn der Playoffs in der Basketball Bundesliga (BBL) als Traumfinale. Und die Basketball-Fans in Deutschland dürfen sich über extra viel Spannung freuen. Denn die Best-of-five-Serie um die Meisterschaft war so ausgeglichen, dass es am Samstag zu einem Entscheidungsspiel kommt (20.45, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Vor genau einem halben Jahr kassierten die Berliner in Bamberg die höchste Niederlage der Clubgeschichte - 103:52 siegten die Baskets damals. Wenn Alba nun in "Freak City" seine neunte Meisterschaft holen würde, wäre diese Schmach nur noch eine Randnotiz.

"Wir sind froh, es in dieses Spiel, diese letzten 40 Minuten, geschafft zu haben und nun mit einem Sieg die Meisterschaft gewinnen zu können", sagte Berlins Trainer Muli Katzurin. Alba erwartet in Bamberg eine schwierige Herausforderung, denn die Baskets sind in heimischer Halle eine Macht. In dieser Saison wurde in Liga und Pokal noch kein Heimspiel verloren. Die letzte Niederlage in der Bamberger Arena stammt aus dem Juni 2010.

Alba wird jedoch alles daran setzen, die Partie zu gewinnen. "Es ist das letzte Spiel der Saison. Es geht um alles oder nichts", so Katzurin. Eine aufgeheizte Atmosphäre scheint damit garantiert. Schon in den bisherigen vier Duellen zwischen den beiden Erzrivalen ging es sehr emotional zu. Vor allem der Ex-Berliner Casey Jacobsen und der frühere Bamberger Sven Schultze lieferten sich heiße Gefechte.

Bamberg bleibt gelassen, Berlin setzt auf Überraschungen

Nicht nur die Teams sind heiß auf den Showdown. Innerhalb von einer Minute waren die 6800 Karten für das Entscheidungsspiel verkauft. "Wir hätten auch 20.000 Tickets verkaufen können", sagte Bambergs Geschäftsführer Wolfgang Heyder. Für seinen Club geht es darum, dass Double zu verteidigen. Im April wurde schon der Pokal eingefahren.

Und zunächst war der Favorit auch stark in die Finalserie gestartet. 90:76 wurde Alba bezwungen, in Spiel zwei führte Bamberg in Berlin dann mit 14 Punkten nach dem ersten Viertel. Alles deutete auf eine frühe Entscheidung zugunsten Bambergs hin. Doch Alba kam angeführt von Guard Julius Jenkins (23 Punkte) zurück und drehte die Partie zum 80:71-Endstand. Auch in Spiel drei (90:74) und vier (87:67) siegte das jeweilige Heimteam deutlich.

Berlin, das im Halbfinale gegen Frankfurt alle drei Auswärtsspiele gewann, setzt nun auf den Überraschungseffekt. "Ich habe die letzten Tage wenig geschlafen. Aber es ist auch nicht die Zeit für Schlaf, sondern die Zeit für Arbeit", sagte Katzurin: "Die Teams kennen sich nach so vielen Vergleichen auswendig. Man muss sich etwas einfallen lassen, um den Gegner zu überraschen." Zuletzt schickte der 56 Jahre alte Israeli mit Nationalspieler Heiko Schaffartzik und Taylor Rochestie seine beiden Aufbauspieler erstmals zeitgleich aufs Parkett und stiftete damit reichlich Verwirrung und Unruhe.

Bambergs Erfolgstrainer Chris Fleming hat sein Team auf solche Überraschungen eingestellt: "Wir werden gut vorbereitet sein", sagte der Amerikaner. "Wer mehr Energie investiert, wird gewinnen. Das war schon in der ganzen Serie so." Sein Spielmacher John Goldsberry blieb ebenfalls gelassen: "Wir hätten die Meisterschaft gerne in Berlin unter Dach und Fach gebracht, doch nun machen wir es eben zu Hause."

max/dpa/sid