BBL-Finale: Freakcity will das Double - DER SPIEGEL
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BBL-Finale Freakcity will das Double

Wenige Basketball-Teams haben in dieser Saison so aufgetrumpft wie Bamberg. In der Finalserie können sie zum zweiten Mal in Folge das Double holen - Gegner ist ausgerechnet Berlin. Für den Hauptstadtclub zählt wie immer nur der Titel.
Bambergs Guard Gavel: Zweites Double in Folge?
Bambergs Guard Gavel: Zweites Double in Folge?

Bambergs Guard Gavel: Zweites Double in Folge?

Foto: David Ebener/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Es ist eine besonderes Duell: Hauptstadt gegen Provinz, Alba Berlin gegen Brose Baskets Bamberg. Die beiden Clubs dominierten in den vergangenen zehn Jahren den deutschen Basketball. In dieser Zeit holten die Teams zusammen sieben Meisterschaften und fünf Pokalsiege. Am Sonntag (15.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) empfängt der amtierende Titelträger Bamberg die Berliner im ersten Spiel der Best-of-five-Serie um die Deutsche Meisterschaft.

Zuletzt gelang einem Club 2003 die Titelverteidigung - damals war es die siebte Meisterschaft in Serie für Alba. So dominant wie die Bamberger in dieser Saison war in den vergangenen Jahren allerdings keine Mannschaft. Der Pokal wurde schon geholt, jetzt soll das zweite Double in Folge her. Das Team der Vorsaison wurde nicht nur zusammengehalten, sondern noch hochkarätig verstärkt. Die Folge: Lediglich zwei Niederlagen in der Hauptrunde. Allerdings zeigte die Halbfinal-Serie gegen Quakenbrück, dass Bamberg schlagbar ist. Erst in der entscheidenden fünften Partie setzte sich das Team von Trainer Chris Fleming durch.

"Vielleicht waren diese Niederlagen sogar ganz heilsam für uns", sagt Bambergs Geschäftsführer Wolfgang Heyder. "Die Spieler haben gesehen, dass man in jeder Begegnung Emotionen zeigen muss." Dass die Bamberger Verantwortlichen trotzdem kurz an ihren Profis und deren mentalen Einstellung gezweifelt haben, verdeutlicht eine Kurzmitteilung, die Fleming dem Manager nur eine halbe Stunde nach einer Zusammenkunft am Sonntag - manche sprechen sogar von einer Krisensitzung - zukommen ließ. "Kein Sorge, wir gewinnen", schrieb der Coach. Und behielt Recht.

Trainerwechsel hat Berlin beflügelt

Vor allem, weil seine Mannschaft zu Hause eine Macht ist. Nur in der Euroleague konnte Bamberg den Heimvorteil nicht in jedem Spiel nutzen. Gegen Unicaja Málaga (65:69) und Lottomatica Rom (67:68) unterlag man jedoch denkbar knapp. In Liga und im Pokal gewann "Freakcity" - so wird Bamberg wegen der Basketball-verrückten Fans genannt - zu Hause jedes Spiel.

"Und ich sehe keinen Grund", so Fleming, "warum sich daran etwas ändern sollte." Auf die Heimstärke müssen die Baskets auch bauen, denn die Berliner "spielen in fremder Halle einfach gelassener", wie Alba-Geschäftsführer Marco Baldi sagt. Im Halbfinale gegen die Skyliners Frankfurt gewann Berlin dreimal Auswärts - ein Novum in einer Best-of-five-Serie der Bundesliga.

Der Titelverteidiger hat einen weiteren Vorteil. Er hatte zwei Tage länger Pause, kann ausgeruht in die Serie gehen. Trotzdem ist für Berlin laut Nationalspieler Yassin Idbihi "alles andere als der Titel eine Enttäuschung". Der Center war in der Serie gegen Frankfurt der vielleicht beste Berliner. Idbihi traf 80 Prozent seiner Würfe, kam pro Spiel auf 13,2 Punkte und sechs Rebounds. Wie kein anderer profitierte der 27-Jährige vom Trainerwechsel im Januar.

Muli Katzurin übernahm das Amt von Luka Pavicevic. Grund war auch die böse 52:103-Pleite Mitte Dezember gegen Bamberg - es war die höchste Niederlage der Clubgeschichte. Zudem wurde die Point-Guard-Position neu besetzt. Taylor Rochestie und Nationalspieler Heiko Schaffartzik kamen aus der Türkei. Seitdem wird Alba stetig besser. Der gebürtige Berliner Schaffartzik überzeugte gegen die Skyliners mit seiner bissigen Verteidigung gegen MVP DaShaun Wood. "Bamberg hat zehn Mann auf dem gleichen Niveau und ist nicht wie Frankfurt von einem Spieler abhängig", so der 27-Jährige.

Der Meister hat den vielleicht stärksten Kader, den ein deutscher Club je aufgeboten hat. In der Hauptrunde punkteten sechs Spieler zweistellig. Jede Position ist doppelt besetzt, so konnte die Mannschaft bislang auch die Krise von Nationalspieler Tibor Pleiß problemlos verkraften. Der Center blieb gegen Quakenbrück deutlich unter seinen Möglichkeiten.

Die Final-Serie verspricht also Spannung. Bambergs Coach Fleming weiß, wer den Titel holen wird: "Das Team, dass mehr Energie investiert, das aggressiver spielt."

Mit Material von dpa und dapd