BBL-Saisonstart Alarm, die Bayern kommen!
Bayern-Coach Bauermann: "Wir sind das große Zugpferd dieser Liga"
Foto: Alexander Hassenstein/ Bongarts/Getty ImagesHamburg - "Mia san mia". Dieser Satz ist so etwas wie das Glaubensbekenntnis des FC Bayern München. Der Club will immer ganz oben stehen. Im Fußball sowieso und jetzt auch in der Basketball-Bundesliga. Mit der vor allem finanziellen Unterstützung des Gesamtvereins ist aus einem durchschnittlichen Zweitliga-Club innerhalb von zwölf Monaten ein Titelkandidat in der BBL geworden. Allerdings setzte es zum Start eine Niederlage bei den Baskets Bonn.
Vor der Saison wurde der ohnehin schon starke Kader nochmals nachgebessert. So stehen in Steffen Hamann, Demond Greene, Jan-Hendrik Jagla, Robin Benzing und Philipp Schwethelm nun fünf Nationalspieler in Diensten der Münchner. Dazu kommen hochveranlagte Profis wie Je'Kel Foster, Ben Hansbrough und Aleksander Nadjfeji. Trainer ist seit Sommer 2010 Dirk Bauermann, der zugunsten der Bayern sein Engagement als Coach der deutschen Nationalmannschaft aufgab. Mit diesen Namen sind die Ansprüche klar.
Neben der Meisterschaft wollen die Münchner auch international vorne mitspielen. Vorbild sind der FC Barcelona und Real Madrid, die im Fußball und Basketball zu Europas Elite gehören. In dieser Saison starten die Münchner dank einer Wildcard im zweihöchsten europäischen Wettbewerb, dem Eurocup.
Im kommenden Jahr soll es dann möglichst die Euroleague sein, das Pendant zur Champions League im Fußball. Denn auch der europäische Verband Uleb und die BBL wissen, dass die Marke FC Bayern zieht. Bislang kommt Basketball in Deutschland nicht über den Status einer Randsportart hinaus. Das soll sich nun möglichst ändern. "Wir sind das große Zugpferd dieser Liga", sagt Bauermann.
Zumindest mit dem Titel im ersten Jahr wird es aber schwer werden. "Wir erwarten sicherlich, dass wir in den ersten drei Jahren meines Vertrages mal eine Meisterschaft hierhin holen", sagte Bauermann der "Süddeutschen Zeitung". Der 53-Jährige sieht allerdings "Bamberg als großen Favoriten".
Bamberg ist schon wieder gut drauf, Berlin schwächelt
Der zweimalige Double-Sieger dominierte national die vergangene Saison und hat wohl den stärksten Kader der BBL-Geschichte. Auf allen Positionen sind die Bamberger gleichwertig besetzt, zudem ist das Team eingespielt. Ein weiteres Problem der Münchner ist der überraschende Abschied von Center Sharrod Ford während der Saisonvorbereitung. Der Amerikaner war als Top-Star eingeplant und hätte bei den Bayern in dieser Saison rund 600.000 Euro verdient.
Doch aus privaten Gründen bat Ford um eine Vertragsauflösung, der Club entsprach dessen Wunsch. Der 29-Jährige, der von 2005 bis 2007 für Berlin spielte, ist inzwischen wieder in seiner Heimat. Den Bayern wird Ford ohne Zweifel fehlen.
Auch finanziell hat der FCB eine neue Ära in der Bundesliga eingeläutet. In punkto Etat können momentan nur Berlin und Bamberg mithalten. Die Franken sollen über einen Etat von etwas sieben Millionen Euro verfügen, München und die Hauptstädter haben wohl nur unwesentlich weniger. Dagegen stehen Clubs wie Göttingen oder Hagen, die mit rund 1,5 Millionen Euro auskommen müssen.
Die Generalprobe für den Saisonstart am 9. Oktober bei den Eisbären Bremerhaven misslang Berlin. Das Team, zuletzt 2008 Meister, scheiterte wieder einmal in der Qualifikation für die Euroleague und muss nach der Pleite bei Spirou Charleroi nun mit dem zweitklassigen Eurocup vorliebnehmen. "Wir sind noch sehr weit davon entfernt, wo wir hinwollen. Die Dinge müssen noch zusammenwachsen, der Weg dorthin ist weit", sagte Berlins Geschäftsführer Marco Baldi.
Berlins neuer Trainer Gordon Herbert drückte sich weniger diplomatisch aus. "Ich bin enttäuscht, wie wir gespielt haben. Wir waren einfach nicht gut genug", sagte der Kanadier. "Mich frustriert es enorm, das zweite Jahr in Folge gegen ein Team auszuscheiden, das nicht besser ist als wir", sagte Power Forward Derrick Allen, der schon beim Qualifikations-Aus gegen die Belgier vor einem Jahr dabei war.
Bamberg, das das Gros der Trainer als Titelanwärter sieht, ist hingegen schon wieder gut drauf. Der einzige deutsche Euroleague-Vertreter bezwang Pokalfinalist Braunschweig am vergangenen Samstag im Champions Cup 86:66.
"Es war ein guter Trockenlauf vor der Saison. Insgesamt suchen wir als Team noch unsere Konstanz, doch ich bin mit unserer Entwicklung in der Vorbereitung trotzdem zufrieden", sagte Bambergs Trainer Chris Fleming vor dem Bundesligastart am Dienstag gegen BG Göttingen (19.30 Uhr).