Becker-Showkämpfe: Aufstand alter Männer - DER SPIEGEL
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Becker-Showkämpfe Aufstand alter Männer

Nach seinem eher misslungenen Auftritt in Cincinnati ist Boris Becker nach Graz weitergezogen, um dort ein paar verblühte Altmeister seiner Zunft herauszufordern.
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Graz - Ausgerechnet auf einem Kaufhausdach in der Steiermark versucht Boris Becker seine erfolgreiche Vergangenheit wiederzubeleben. Wenn der dreimalige Wimbledonsieger am Donnerstag zwei Jahre nach seinem Wimbledon-Aus gegen Patrick Rafter (Australien) beim Seniorenturnier in Graz gegen die Tennis-Legende Björn Borg wieder den Schläger schwingt, wird sich nicht nur der Spielort geändert haben. Statt gegen die Besten seiner Gilde anzutreten, schwingt der 33-Jährige in Zukunft gegen die Stars von gestern das Racket.

"Immer daran interessiert"


Neben dem bereits 45-jährigen Altmeister Borg trifft Becker noch freitags auf Yannick Noah, 41, und am Samstag auf Pat Cash, 36. "Ich war immer daran interessiert, bei ausgesuchten, von mir selbst sogar mitorganisierten Events noch einmal mitzumischen", erklärte Becker in diversen Zeitungen, nachdem er vor zwei Jahren eine Rückkehr in kurzen Hosen noch ausgeschlossen hatte.

In der Alpenrepublik ist der ehemalige Weltranglistenerste trotz der deutlichen 3:6, 2:6-Doppelniederlage beim Turnier der Masters Series in Cincinnati vor einer Woche an der Seite von Wimbledon-Sieger Goran Ivanisevic gegen Jonas Björkmann/Todd Woodbridge noch ein Zuschauermagnet. Für seinen Auftritt auf der "Delta Tour of Champions" erweiterten die Grazer eigens den Centre Court, der sich in luftigen acht Metern auf einem Elektronik-Markt befindet, um etwa tausend Plätze auf 4000. Auch ein neues Pressezentrum wurde errichtet. Das österreichische Fernsehen schenkt der deutschen Tennis-Ikone ebenfalls erheblich mehr Sendezeit. Das DSF überträgt sämtliche Becker-Spiele live.

Willkommene Abwechslung


Neben dem Spaß am Wettkampf mit "alten Freunden" (Becker) dürften auch sein Partner und Schlägerhersteller Völkl, die Aussicht auf positive Schlagzeilen sowie geschäftliche Interessen den mittlerweile dreifachen Vater in seinen alten Beruf gelockt haben. Zwar steht nicht der Einzug ins Finale gegen den Sieger der zweiten Gruppe (mit Henri Leconte, Mats Wilander, Andres Gomez und Gilbert Schaller) im Vordergrund, doch scheint der zuletzt ins Jetset-Milieu Abgedriftete nach den nicht abreißenden Negativ-Schlagzeilen um sein Privatleben dringend um eine Image-Korrektur bemüht.