Bedroht: Perec reist überraschend ab - DER SPIEGEL
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Bedroht Perec reist überraschend ab

Frankreichs Olympiahoffnung Marie-Jose Perec hat offenbar aus Angst um ihre Sicherheit auf einen Start in Sydney verzichtet. Ein Eindringling hat ihr auf ihrem Hotelzimmer aufgelauert.
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Sydney - Rätsel um den plötzlichen Olympiaverzicht von Marie-Jose Perec. Die 32-Jährige, die nach 400-Meter-Gold 1992 und 1996 als große Rivalin der australischen Favoritin Cathy Freeman galt, reiste aus der Olympiastadt ab, nachdem ein Eindringling sie im Hotelzimmer bedroht habe. Perec hatte es zuvor abgelehnt, im Olympischen Dorf zu wohnen.

Den Olympiaverzicht bestätigten sowohl Philippa Lamblin, Präsident des Französichen Leichtathletik-Verbandes FFA als auch Denis Kaigler, Sprecherin des Perec-Ausrüsters (Reebok). Ihr Agent, Annick Averinos, beschrieb die sich zugetragene Situation im Hotel folgendermaßen: "Ein Mann klopfte an der Zimmertür und gab vor, ein Paket abgeben zu wollen. Er drang in das Zimmer ein und bedrohte Perec anschließend. Er sagte, er werde sie immer und überall aufspüren, egal was sie vorhätte. Selbst die Polizei anzurufen, sei zwecklos." Perec gelang es den Mann aus dem Zimmer zu drängen. Averinos weiter: "Das ist ein ernsthafter Zwischenfall. Marie-Jose ist eine starke Persönlichkeit, aber sie weinte und war in großer Sorge, als sie mich anrief."

Mit nur wenig Gepäck flüchtete die "Diva", 1996 in Atlanta auch Siegerin über 200 Meter, zusammen mit ihrem Rostocker Trainer Wolfgang Meier und ihrem amerikanischen Freund Anthuan Maybank aus Sydney. Meier hatte 1985 beim Weltcup in Australiens Hauptstadt Canberra seine spätere Ehefrau Marita Koch zum noch heute bestehenden Weltrekord von 47,60 Sekunden geführt. Maybank war 1996 in Atlanta Olypiasieger mit der 4x400-m-Staffel. Mit ihrem Clan bewegte sie sich abseits der gängigen Wege der Olympiateilnehmer. Die Presse wurde weitgehend boykottiert, Aussagen Perecs waren ausschließlich über ihre persönliche Internetseite  zu erfahren. Ins olympische Dorf sei sie unter anderem deshalb nicht gezogen, weil sie sich dort zu sehr beobachtet fühlte. Perec hatte bereits vor ihrer Flucht erklärt: "Ich möchte, dass mich alle in Ruhe lassen. Ich will der ganzen Welt zeigen, dass ich fähig bin, es alleine zu schaffen."