Begehrte Handballer Hausse an der Börse
Nach der WM 2007 klagten die Manager der Bundesligisten unisono über eine inflationäre Entwicklung der Spielergehälter und Ablösesummen. Die höchste Ablöse wurde jedoch nicht für einen der deutschen Weltmeister bezahlt. Stattdessen war Filip Jicha vom WM-Zwölften Tschechien der teuerste Mann. Wie kolportiert wurde, überwies der THW Kiel für Jicha 400.000 Euro auf das Konto des TBV Lemgo. So viel hatte bislang noch kein deutscher Club für einen Spielerwechsel berappt. Spanische Verhältnisse indes sind damit noch längst nicht erreicht.
Den Transferrekord dort hält Mittelmann José María "Chema" Rodríguez Vaquero, der im Sommer 2006 für 800.000 Euro von Valladolid zu Ciudad Real wechselte. Zu Beginn dieser Saison wurde publik, dass Ciudads schwerreicher Präsident Domingo Diaz de Mera auch Interesse an Kiels Rückraum-Shooter Kim Andersson bekundete.
Durch die Welt geisterte die für Handballverhältnisse fantastische Summe von einer Million Euro Ablöse. THW-Manager Uwe Schwenker sagte aber, es hätte seitens der Spanier keine offizielle Anfrage und erst recht keine Verhandlungen gegeben.
"Dass überhaupt von einer Summe im siebenstelligen Bereich gesprochen wurde, hing damit zusammen, dass ich gesagt habe: Wenn Ciudad Andersson wirklich will, dann müssen sie mehr bezahlen als für Rodriguez", so Schwenker, "darunter hätten wir ihn auch nicht abgegeben".
Inzwischen sei das Interesse Reals aber abgeklungen, versichert der Kieler Macher. Übrigens: Andersson selbst war einem Wechsel wohl nicht abgeneigt. Bereits im Oktober reiste er in die Provinz La Mancha und schaute sich beim spanischen Interessenten um.
Nicht um eine Ausrede verlegen, schob der Rückraumspieler seinen schwedischen Nationalmannschaftskollegen in Diensten Ciudads, Jonas Källmann, vor: "Ich verstehe den Wirbel nicht. Ich habe doch nur einen guten Kumpel besucht."
Kurz darauf bestätigten sowohl THW-Coach Zvonimir "Noka" Serdarusic als auch Schwenker, dass Andersson für ein Wochenende frei bekommen habe, um sich bei Real umzusehen.