Bernhard-Langer-Interview "Ich kann nicht Kapitän und Spieler sein"
Bernhard Langer, Sie sind vom Ryder-Cup-Komitee als
Kapitän des europäischen Teams für die Partie in den USA im
September 2004 nominiert worden. Wie fällt Ihre Reaktion aus?
Langer:
Ich freue mich sehr darüber, dass es eine einstimmige Entscheidung war und dass ich große Unterstützung von allen Beteiligten bekommen habe. Ich werde alles dafür tun, den Job mit dem Maximum meiner Fähigkeiten auszufüllen.
Vor der Entscheidung, sich zur Wahl zu stellen, haben Sie lange gezögert. Was waren Ihre Gründe?
Langer: Ich wollte in Ruhe über die Konsequenzen nachdenken und für mich und meine Familie die richtige Entscheidung fällen. Ich kam zu der Erkenntnis, dass ich bereit für den Job bin. Einerseits hätte ich gerne noch mal als Spieler den Sprung ins Team geschafft, aber ich habe mich für die Bewerbung entschieden. Ich habe realisiert, dass man nicht mehr Kapitän und Spieler sein kann.
Wo sehen Sie Ihre Stärken als Kapitän?
Langer: Ich weiß, was ich will. Ich habe sehr viel Erfahrung im Ryder Cup, ich glaube, dass ich ein harter Arbeiter bin und nicht aufgebe. Ich suche nach der Lösung von Problemen und gehe sie offensiv an.
Was für einen Einfluss wird diese Entscheidung auf Ihre Karriere als Spieler haben?
Langer: Es steckt immer noch Potenzial in mir, ich kann noch Turniere gewinnen. Ich habe in den letzten Jahren gesehen, wie anstrengend das Kapitänsamt ist und wie ausgelaugt sie hinterher waren. Wie sich mein Spielniveau verändert, muss die Zukunft zeigen, aber ich werde dem Job hundert Prozent meines Einsatzes geben.
Was bedeutet es bei einem Auswärtsspiel Kapitän zu sein, und wie ist Ihr Verhältnis zu Ihrem US-Kollegen Hal Sutton?
Langer: Es ist viel schwerer, auswärts zu spielen. Der Heimvorteil fühlt sich an, als ob man mit einem Mann mehr spielt. Die Statistik sagte aus, dass wir nicht oft in Amerika gewonnen haben, aber wir haben gezeigt, dass es möglich ist. Die Herausforderung ist noch größer, die Atmosphäre ist natürlich feindlicher. Ich kenne Hal seit langem, er ist ein echter Typ. Ich weiß, dass wir beide großen Respekt vor den Traditionen des Spiels und des Ryder Cups als Wettkampf haben. Im Endeffekt ist es ein Spiel, es geht nicht um Leben und Tod.
Aufgezeichnet vom sid