Bernhard Langer "Wir müssen weitermachen"
Boca Raton - Der Schock und das Entsetzen nach den verheerenden Terroranschlägen in USA hat die Lebenseinstellung von Deutschlands Ausnahme-Golfprofi Bernhard Langer verändert. "Das war alles wie ein Weckruf. Mir verdeutlichen diese Anschläge, dass wir den Lauf des Lebens nicht kontrollieren können und uns auf uns selbst besinnen müssen. Auf die wesentlichen Dinge wie den Glauben an Gott und unsere Familien", sagte der 44-jährige in einem Interview in der "Welt am Sonntag". Trauer und Wut würde zusehends ein Zusammengehörigkeitsgefühl folgen. Im Moment würde jeder jedem helfen und für den nächsten da sein.
Besinnung auf sich selbst
Langer ist einer der vielen praktizierenden Christen im Kreis der internationalen Golf-Elite und hat vor Jahren Boca Raton im US-Staat Florida als Wahlheimat gewählt. Seine Bibelstunden vor und während der Turniere nutzen viele Berufsspieler als willkommene Besinnung auf sich selbst. Den Anschlag auf New York und Washington erlebte der Donauschwabe bei seiner Vorbereitung in USA auf den für das kommende Wochenende im englischen Birmingham geplanten 34. Ryder Cup zwischen den besten zwölf Profis aus USA und Europa.
Der zweimalige Masters-Sieger hatte sich für das Team und seinen zehnten Auftritt bei diesem weltweit wichtigsten Team-Wettbewerb qualifiziert, aber auch die aktuelle Absage des um ein Jahr verschobenen Turniers akzeptiert. "Die Amerikaner wollten nicht reisen, und das muss man akzeptieren. Der Ryder Cup ist eine weltweit beachtete Veranstaltung, dadurch könnte er Ziel von Anschlägen sein", meinte Langer. Wenn er zum Beispiel einer wie Superstar Tiger Woods wäre, würde er sich auch nicht gern einer solchen Situation aussetzen.
Linde-Masters finden statt
Sein eigenes von ihm und seinem Bruder Erwin organisiertes PGA-Turnier aber, die "German Linde Masters" vom 4. bis 7. Oktober in Pulheim bei Köln, wird Langer nicht absagen. "Ab dieser Woche wird wieder überall gespielt. In den ersten Tagen danach hatte ich nur den Wunsch, bei meiner Familie zu sein und mich um sie zu kümmern. Aber wir können den Kopf nicht in den Sand stecken, wir müssen weitermachen", sagte Langer.
"Die Stimmung bei uns in Amerika ist sehr schlecht, weil niemand weiß, was noch kommt", sagte Langer, "Hunderttausende könnten ihren Arbeitsplatz verlieren, mehrere tausend Familien bekommen Existenzprobleme. Im Moment verändert sich die Einstellung zum Leben."