Bestechungsskandal: Schweigen Sie, Herr Blatter! - DER SPIEGEL
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Bestechungsskandal Schweigen Sie, Herr Blatter!

Fifa-Präsident Joseph Blatter hat vor dem Landgericht Berlin eine schwere Niederlage einstecken müssen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Blatter wurde per Gerichtsurteil untersagt, Äußerungen zu wiederholen, wonach die mutmaßliche Schmiergeld-Stiftung "Nunca" in Liechtenstein "eine Stiftung der Familie Dassler" sei. Bei Zuwiderhandlung wurde dem Präsidenten des Fußballweltverbandes Fifa eine Geldstrafe in Höhe von 500.000 Mark angedroht. Blatter muss die Kosten des Berliner Verfahrens tragen, die vom Gericht auf 50.000 Mark festgesetzt wurden.

"Wahrheitswidrige und ehrverletzende Behauptung"

Die Tochter des 1987 verstorbenen Chefs des Sportartikelhersteller Adidas, Suzanne Dassler, hatte gegen die "wahrheitswidrige und ehrverletzende Behauptung" geklagt, die Blatter in einem Zeitungsinterview gemacht hatte. Gleichzeitig ließ Dassler eidesstattlich versichern, dass "Nunca" keinesfalls von ihrer Familie gegründet worden sei. Sie und ihr Bruder Adolphe hätten von der Einrichtung der ominösen Stiftung erst während des Zusammenbruchs der ISMM/ISL-Gruppe im April dieses Jahres aus der Presse und aus internen Verlautbarungen des Unternehmens erfahren.

Einziger Zweck von "Nunca" sei es gewesen, "im Zusammenhang mit dem Erwerb von Lizenzrechten für Sportveranstaltungen, zum Beispiel bei Fußball-Weltmeisterschaften, Schmiergelder an Verbandsfunktionäre zu zahlen", erklärte Suzanne Dassler gegenüber der Berliner Zeitung.

Die Stiftung, über die rund 60 Millionen Schweizer Franken an mutmaßlichen Bestechungsgeldern geflossen sein sollen, war 1997/98 von der in Konkurs gegangenen ISMM/ISL-Gruppe gegründet worden. Dassler forderte nunmehr eine detaillierte Aufklärung, die bislang an der Aussageverweigerung der ISMM-Verwaltungsratschefs Christoph Malms und Jean-Marie Weber scheiterte.