Biathlon Enttäuschung im Schneematsch
Antholz - Für die deutschen Männer reichte es in der Besetzung Mark Morgenstern, Carsten Heymann (beide Altenberg), Sven Fischer (Oberhof) und Ricco Groß (Ruhpolding) bei teilweise dichtem Nebel, Nieselregen und vielen Wasserlöchern in der Loipe nach unbefriedigenden Lauf-Leistungen nur zum sechsten Platz.
Startläufer Morgenstern übergab mit nur 2,7 Sekunden Rückstand auf das führende Norwegen als Vierter. Heymann behauptete die Position, schickte Fischer aber bereits 1:17 Minuten hinter den weiter führenden Skandinaviern in die Spur.
Der Thüringer musste nach dem Liegendschießen zwei und dem Stehendanschlag, als die Scheiben kaum noch zu sehen waren, noch einmal eine Strafrunde drehen. Er sank zudem bei jedem Schritt fast knöcheltief ein. Fischer schickte Groß mit 1:39 Minuten Rückstand ins Rennen. Der Ruhpoldinger traf alle Scheiben und schob sich noch um einen Rang auf den sechsten und letzten Preisgeld-Platz vor - 300 Mark für jeden Starter.
Allerdings wurde auch deutlich, dass alle deutschen Männer - bis auf Morgenstern - sowohl mit der Laufform als auch dem Ski-Material Probleme haben. "Wenn man sieht, dass die Russen mit vier Strafrunden Dritter werden, wird klar, wo derzeit unser Schwachpunkt liegt", meinte Bundestrainer Frank Ullrich.
Er hofft, dass es wieder kälter wird und auch die Rennen am kommenden Wochenende stattfinden können. "Wir brauchen jetzt Wettkämpfe, in denen sich die Männer schinden müssen. Außerdem gibt das auch den Technikern Gelegenheit, das optimale Material zu finden. Denn bei der WM können wir auch solche Bedingungen haben", erläuterte er.
"Es war höchste Eisenbahn, dass wir den Wettkampf noch über die Bühne gebracht haben. Der Untergrund wurde extrem weich. Hoffentlich friert es bald wieder", bemerkte Fischer zu den Bedingungen und wunderte sich ob des Nebels: "Ich habe nicht viel gesehen. Doch neben mir gab's Leute, die haben getroffen."