Biathlon: Hochzeitsglück beim Massenstart - DER SPIEGEL
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Biathlon Hochzeitsglück beim Massenstart

Für die deutschen Biathleten verlief der vorletzte Tag der WM in Oslo nicht gerade herausragend. Dafür feierte ein "Traumpaar der Loipe" unverhoffte Siege und will demnächst heiraten.
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Oslo - Der Massenstart war bei der Weltmeisterschaft der Biathleten in Oslo keine deutsche Domäne. Die Oberhofer Peter Sendel und Katrin Apel kamen zwar auf den Rängen vier sowie fünf ins Ziel, verpassten aber die angestrebten Medaillen klar. Umjubelte "Traumpaar" des vorletzten Wettkampftages waren der Franzose Raphael Poiree und die einheimische Norwegerin Liv Grete Skjelbreid, die jeweils Gold gewannen und zudem im Mai heiraten wollen.

Skjelbreid, die nach ihrem Sieg im Auftakt-Sprint zum zweiten Mal die Spitze des Siegerpodestes erkletterte und damit zur erfolgreichsten WM-Teilnehmerin am Holmenkollen avancierte, verwies über 12,5 km Russlands Staffel-Weltmeisterin Galina Kuklewa sowie Corinne Niogret (Frankreich) auf die nächsten Plätze. Poiree kam vor dem zum dritten Mal in Oslo zweitplatzierten Russen Pawel Rostowtsew und Ole Einar Björndalen (Norwegen) ins Ziel.

Ausgerechnet an ihrem 26. Geburtstag avancierte Martina Zellner (Hammer) zum Pechvogel im deutschen Damenteam. Bis zum letzten Schießen auf Goldkurs liegend, traf die Sportsoldatin dort nur drei Scheiben, musste zwei Strafrunden laufen und fiel noch auf den siebten Rang unmittelbar vor Uschi Disl zurück. "Die WM hat gut angefangen und schlecht aufgehört. Ich habe im Schießen einigermaßen versagt", kommentierte die Dritte des Auftakt-Sprints frustriert. "Vielleicht wird es ja wenigstens am Abend noch ein schöner Geburtstag."

"Ob Du Vierter, Sechster oder Zehnter wirst, ist eh wurscht. Nur wenn Du eine Medaille um den Hals hast, bist Du dabei", kommentierte Ricco Groß, der zwar im heimischen Ruhpolding den letzten Weltcup-Massenstart gewonnen hatte, sich diesmal aber mit Rang sechs begnügen musste und damit ohne die ersehnte Einzelmedaille nach Hause fährt. Wie auch Peter Sendel, der bereits im Einzellauf durch "einen saublöden Fehlschuß" Silber verpasst hatte und im Massenstart Vierter wurde: "Ich bin doch ein blöder Hund. Vierter bei einer WM ist zwar ganz gut. Aber irgendwann will ich auch mal auf das Siegerpodest."

Frank Luck, der zuvor in Oslo bereits Gold im Jagdrennen und Bronze im Einzellauf abgeräumt hatte, war durch drei Fehler beim ersten Schießen gleich auf den 27. und damit letzten Platz zurückgefallen. Der Oberhofer kämpfte sich zwar noch zehn Ränge nach vorne, bilanzierte danach aber: "Es gibt Tage, da läuft nicht viel und Tage, da läuft gar nichts. Heute war das Letztere der Fall."

Bundestrainer Frank Ullrich mühte sich nur kurzfristig, das Resultat schönzureden: "Peter Sendel hat sich wieder gut verkauft. Aber irgendwie hat es läuferisch doch etwas geklemmt." Ullrich versuchte schließlich mit einem Griff in die psychologische Trickkiste, den perfekten WM-Abschluss zu sichern. Die abschließende 4x7,5-km-Staffel wird am Sonntag (11.00 Uhr/live im ZDF) so wie beim bislang einzigen Saisonsieg in Ruhpolding laufen. Zwar mit dem kompletten Olympiasieger-Quartett Groß, Sendel, Fischer und Luck, aber mit dem traditionellen Starter Groß als Schlussläufer. Dabei wollte Groß doch nach dem Siegrennen in der Heimat "nie wieder in meinem Leben diesen Nervendruck haben."