Biathlon Wilhelm in die Spitze
Antholz - Beim dritten Weltcup-Start ihrer Laufbahn waren über 7,5 Kilometer nur die Norwegerin Gro Marit und Olga Pylewa aus Russland schneller als die Langlauf-Umsteigerin, die erst im zweiten Winter Biathlon betreibt und 22:23,8 Minuten für die Sprintstrecke benötigte. Auch Uschi Disl (Moosham) als Achte und Katrin Apel (Oberhof) als Neunte erfüllten die WM-Norm.
Kati Wilhelm wollte zunächst nichts von Glückwünschen hören. "Es kommen ja noch so viele", wehrte sie die Gratulanten ab. Erst als sie zur Siegerehrung gerufen wurde, kommentierte sie ihr Rennen. "Als ich nur eine Strafrunde geschossen hatte, wusste ich, dass viel möglich ist. Doch ich habe bis zum Schluss gezittert", erklärte Wilhelm, die im Langlauf bei den Olympischen Spielen in Nagano mit der deutschen Staffel Fünfte geworden war.
"Ich bin total glücklich", fügte die Thüringerin an und nahm sich gleich jeden Druck vor dem Verfolgungsrennen am Sonnabend: "Wenn ich da nicht so gut treffe, reißt mir auch niemand den Kopf ab." Frauen-Bundestrainer Uwe Müßiggang überraschte Wilhelms Erfolg nicht: "Kati hat im Training mehrfach bewiesen, dass sie gut schießen kann. Ich hatte ihr das auch im Wettkampf zugetraut."
Die deutschen Männer haben dagegen erstmals in diesem Winter eine Platzierung unter den ersten drei verpasst. Trotzdem war Cheftrainer Frank Ullrich nach dem Sprint über zehn Kilometer nicht enttäuscht. "Mit den Plätzen vier durch Carsten Heymann, sieben durch Ricco Groß und acht von Sven Fischer haben wir für das Verfolgungsrennen am Freitag eine sehr gute Ausgangsposition."
Das Rennen der Männer gewann trotz zwei Strafrunden der französische Weltcup-Spitzenreiter Raphael Poiree in 26:06,1 Minuten vor dem russischen Vizeweltmeister Pawel Rostowzew sowie dem Norweger Ole Einar Björndalen.
Auch Carsten Heymann zog ein positives Fazit. "Mit dem Saisonbeginn bin ich mehr als zufrieden", freute sich der Sachse, der als Schlüssel zu seinen bisherigen Erfolgen - er war vor Wochenfrist bereits Zweiter über 20 Kilometer geworden und rangiert im Gesamtweltcup auf dem vierten Platz - die Verbesserung im Schießen ansieht. "Endlich bringe ich meine Trainingsergebnisse auch in den Wettkampf rüber", betonte er.