Bjarne Riis: Ex-Telekom-Star droht Pleite - DER SPIEGEL
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Bjarne Riis Ex-Telekom-Star droht Pleite

Im Sattel war Bjarne Riis erfolgreicher als als Chef des dänischen Rennstalls Team MemoryCard. Möglicherweise muss der ehemalige Telekom-Fahrer und Tour-de-France-Sieger bald Konkurs .
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Kopenhagen - Wie die Kopenhagener Zeitung Zeitung "Ekstra Bladet" berichtet, sei kein Geld mehr in der Kasse, um die Gehälter der Profimannschaft für die beiden letzten Monate des Jahres auszuzahlen. Wenn Verhandlungen mit vier als Sponsor interessierten Unternehmen nicht sehr bald zum Erfolg führen, sehe es düster für Riis & Co. aus. Noch vor Weihnachten könne Schicht sein.

Der "Adler von Herning", wie die Dänen ihren erfolgreichsten Radler zu dessen Hochzeiten gerne nannten, verweigerte bislang jeden Kommentar zu der finanziellen Misere. Der 36-Jährige war erst im August als Teamchef eingestiegen. Die relativ junge und international bisher nicht zur Spitze gehörende Mannschaft mit ihren 22 Profifahrern hatte einen der beiden Hauptsponsoren verloren und gehofft, mit Zugpferd Riis an der Spitze einen erfolgreicheren Kurs einschlagen zu können.

Aber der Tour-Sieger von 1996, nach arroganten Reaktionen auf diverse Dopinganklagen auch im eigenen Land nicht mehr unumstritten, brachte der Mannschaft um den ehemaligen Weltranglistenersten Laurent Jalabert bisher nur zusätzliche Ausgaben. Riis vergrößerte den Mitarbeiterstab, ohne ausreichend für neue Einnahmequellen zu sorgen.

Nach Angaben von "Ekstra Bladet" müssen jetzt umgerechnet rund vier Millionen Mark beschafft werden, um in der kommenden Saison weiter mitmischen zu können. Als Interessenten für einen Sponsorenvertrag nannte die Zeitung die Deutsche Post, den japanischen Sony-Konzern, Olivetti in Italien und das Internet-Unternehmen World Online.

Branchenkenner sind sich allerdings sicher, dass mit diesen Verhandlungspartnern bis Mitte Dezember keine Einigung erzielt werden kann, die sofort Geld in die gähnend leeren Kassen von Team MemoryCard bringen würde. Ein angeblicher Notplan sieht angeblich die Entlassung mehrerer Fahrer vor. Riis selbst müsste auf seinen Bonus-Anspruch für die nächste Saison in Höhe umgerechnet einer halben Million Mark verzichten. Allein der Spitzenfahrer Laurent Jalabert soll pro Jahr 2,5 Millionen Mark verdienen. Bis Dezember fordert der Franzose einen Abschlag.

Erschwert wird Riis' Arbeit durch das in den vergangenen Jahren in Dänemark wieder drastisch gesunkene Interesse am Radsport. Nach einem Höhenflug durch den Tour-Sieg ging es für Riis selbst relativ schnell bergab. Die Welle von Dopingvorwürfen gegen fast alle führenden Radprofis tat ein Übriges, wie die niedrigen Einschaltquoten bei der diesjährigen Tour de France in Dänemark deutlich zeigten.