BMW Open: Attacke von Olazábal - DER SPIEGEL
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BMW Open Attacke von Olazábal

Mit der besten Runde des Tages hat sich der Spanier José Maria Olazábal beim Turnier in München in den Vordergrund rücken können und spricht beim Kampf um den letzten Ryder-Cup-Platz wieder ein ernstes Wörtchen mit.
Von Andreas Lampert
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - Das Wochenende während der "BMW Open" verspricht ein spannendes zu werden. Nicht nur im Kampf um die Spitze, die John Daly aus den USA mit 127 Schlägen (63+64) vor dem Australier Adam Scott 131 (67+64) souverän ausbauen konnte, geht es hoch her, auch im Kampf um die letzten Ryder-Cup-Plätze wird es immer spannender. Zwar mussten Phillip Price (71+70), Miguel Angel Jiménez (67+74), Mathias Grönberg (74+70) und Ian Poulter (73+71) nach Verpassen des Cuts (-4) ihre Hoffnungen, beim Kontinentalvergleich gegen die USA dabei zu sein, frühzeitig begraben, aber mit José Maria Olazábal 132 (70+62) rückte sich mit einem Mal eine Kandidat in den Vordergrund, mit dem man am Donnerstag noch nicht rechnen konnte.

Ein Ass und ein Albatros zum gleichen Zeitpunkt


Es war punkt 15.29 Uhr, als auf der Anlage in Eichenried nördlich von München von zwei verschiedenen Spielern zwei denkwürdige Schläge produziert wurden. Zum einen gelang Olazábal am elften Loch (Par 5) ein Albatros - das erste in seiner Laufbahn -, was den Spanier zu einem seltsam ausschauendem Tänzchen mit seinem Caddie auf dem Fairway animierte. Der zweite Wunderschlag gelang dem Franzosen Raphael Jacquelin am 17. Loch (Par 3) zum selben Zeitpunkt, indem er seinen Abschlag zu einem Ass im Loch verschwinden ließ. Auch hier wurde gefeiert, denn neben dem Applaus des Publikum stand Jacquelin zudem eine Sponsorenprämie zu: ein BMW Z8 im Wert von 250.000 Mark, auf den eigentlich John Daly ("Den will ich haben!") scharf war.

"Das Albatros war der Wendepunkt in der Runde", freute sich Olazábal nach seinem gelungenem Auftritt mit insgesamt acht Birdies, acht Pars und nur einem Bogey, der ihn im Kampf um die direkte Ryder-Cup-Qualifikation wieder Hoffnungen macht. Welchen Schläger er denn auf der elften Bahn benutzt habe, wurde der Spanier gefragt. "Einen Driver und ein Eisen eins", so Olazábal, der trotz der besten Runde des Tages (Einstellung des Platzrekords) nicht zu euphorisch werden wollte: "Was den Ryder Cup angeht, weiß ich, was ich zu tun habe. Ich muss hier gewinnen und das wird verdammt schwer."

Daly als Spielverderber


Gewinnen will auch John Daly, der sich in München in diesen Tagen von seiner besten Seite zeigt: lässig und selbstironisch. Den Amerikaner, dessen letzter Sieg auf einer offiziellen Tour auch schon einige Jahre zurückliegt ("Ich weiß gar nicht mehr wann, wo und wie") scheint das zähe Ringen der europäischen Spitzengolfer um die Gunst von Sam Torrance zudem zu beflügeln. Schon bei der Scottish Open Anfang Juli in Loch Lomond erzielte er mit seinem dritten Rang sein bestes Saisonergebnis. "Mein Spiel ist derzeit sehr solide, und mit den Grüns hier komme ich gut zurecht", so der Powerhitter, dem zum Jubel des wieder zahlreich erschienenen Publikums (16.000) am 18. Grün auch noch eine Annäherung zum Eagle versenkte.

Sollte Daly die BMW Open gewinnen, würde er sogar dem amerikanischen Ryder-Cup-Team helfen, denn er würde Olazábal, Garcia & Co. die nötigen Punkte für die direkte Qualifikation wegschnappen und die Europäer möglicherweise schwächen. Eine pikante Note, denn Daly durfte trotz zweier Major-Titel nie für das amerikanische Team antreten.

Nur Langer, Cejka und Stüver schaffen den Cut


Aus deutscher Sicht haben sich einmal mehr die üblichen Kandidaten durchgesetzt. Zwar gelang Patrick Platz mit 65 Schlägen die beste Runde der Lokalmatadoren, aber durch seine 77er-Runde vom Vortag scheiterte der junge Mann, der in der Challenge Tour zu Hause ist, ebenso am Cut wie Tobias Dier (71, 71), Marcel Siem (75, 68), Kariem Baraka (70, 74), Stephan Wittkop (73, 72), Thomas Gögele (77, 69), die Amateure Christian Reimbold (78, 69) und Markus Zoller (73, 75), Felix Lubenau (74, 77) und Christophe Günter (75, 85). Deshalb werden am Wochenende von ursprünglich 14 deutschen Startern nur noch drei dabei sein: Alexander Cejka (69+66), Bernhard Langer (67+69) und Sven Strüver (71+69), wobei sich die beiden Erstgenannten durchaus noch eine kleine Siegchance ausrechnen dürfen.