BMW Open: John Daly setzt sich an die Spitze - DER SPIEGEL
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BMW Open John Daly setzt sich an die Spitze

Während die europäischen Spitzenspieler um die letzten Ryder-Cup-Qualifikationspunkte kämpften, kam John Daly am ersten Tag am besten aus den Startlöchern. Nur der Australier Richard Green konnte mit dem Amerikaner mithalten.
Von Andreas Lampert
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - Nach seiner gelungenen ersten Runde hatte John Daly allen Grund sich zu freuen. Mit 63 Schlägen (neun unter Par) spielte er die zweitbeste Runde seiner Karriere und schockte damit die europäische Konkurrenz, die sich im Norden von München versammelt hat, um bei den BMW Open die letzte Möglichkeit zu wahren, sich für den bevorstehenden Ryder Cup (28.9 bis 30.9. in Birmingham, England) zu empfehlen. Eigentlich sollten die rund ein Dutzend Ryder-Cup-Kandidaten, die noch um die letzten Plätze im Team von Sam Torrance kämpfen, für die Schlagzeilen sorgen, doch nach dem ersten Turniertag lag der einzige Amerikaner ganz vorne im 156 Mann starken Spielerfeld.

Dalys Tempo konnte nur Richard Green aus Australien mitgehen, der ebenfalls eine Scorekarte mit einer 63 im Clubhaus abgab. "Das war die beste Runde meiner bisherigen Laufbahn als Profi, ich habe auf den ersten neun Löchern insgesamt nur zehn Putts benötigt", jubelte der junge Linkshänder. Mit 64 Schlägen folgte der Schotte Dean Robertson auf dem dritten Rang, der damit seine Anwärterschaft auf einen Platz im europäischen Ryder-Cup-Team unterstrich. Bester Deutscher nach der ersten Runde war einmal mehr Bernhard Langer, der eine Runde von 67 Schlägen zu Stande brachte.

Daly seit einem Jahr trocken


Daly, der seit dem 27. August 2000 keinen Alkohol mehr getrunken hat, ließ sich nach seinem gelungenen Arbeitstag seine gute Laune auch nicht durch die obligatorischen Fragen zu seiner vermeintlichen Schwäche fürs Feuerwasser verderben. Immerhin hatte er am 12. Loch ein Ass gespielt, was ihm allerdings nicht den erhofften Sportwagen als Prämie gebracht hat - dafür hätte der Powerhitter ein "Hole-in-one" am 17. Loch fabrizieren müssen.

Ob er nun nach der zweitbesten Runde seines Lebens eine Flasche Champagner köpfen würde, wurde er natürlich wieder gefragt. "Nein, ich hasse Champagner. Seit ich 14 war, habe ich dieses Gesöff nicht mehr angerührt. Das war auf der Hochzeit meiner Schwester und ich hatte einen Riesenschädel danach. Ich bin kein Champagner-Typ", antworte Daly lässig auf die Scherzfrage und hatte die meisten Lacher auf seiner Seite. Selbst über seine neue Frau Sherrie gab er bereitwillig Auskunft: "Sie ist ein Memphis-Girl, Krankenschwester, ich musste 100 Dollar zahlen, als ich sie an einer Straßenecke mitnahm. Leute, das war jetzt ein Scherz! Sie würde über so etwas lachen, deshalb verstehen wir uns so gut, und darum haben wir geheiratet."

"Jetzt muss ich ein paar Kuckucksuhren kaufen"


John Daly hat längst keine Angst mehr über seine Vergangenheit zu reden, auch seine Pläne für Donnerstagnachmittag blieben kein Geheimnis: "Ich muss jetzt in die Stadt und ein paar Kuckucksuhren kaufen. Das wurde mir aufgetragen." Der Boulevard hatte seine Story und zog glücklich von dannen.

Weniger zufrieden fühlten sich einige der Hoffnungsvollen, die noch um die Ryder-Cup-Teilnahme kämpfen. Der Engländer Ian Poulter beispielweise kam am Donnerstag nie so recht in Schwung und blieb mit 73 Schlägen deutlich unter den Erwartungen. Ebenso Phillip Price, der nun nach seiner 71-Runde um seinen 10. Platz in der Ryder-Cup-Wertung, der zur direkten Qualifikation berechtigen würden, fürchten muss. Dafür überzeugten neben Dean Robertson (64) auch Andrew Oldcorn (67) und der Spanier Sergio Garcia (67).

Durchwachsener Start der Deutschen


Von den Deutschen war abgesehen von Bernhard Langer wenig zu sehen. Alexander Cejkas 69er-Runde ist akzeptabel, dagegen müssen Tobias Dier und Sven Strüver (beide 71) schon um den Cut zittern. Erol Simsek war durch einen Sponsorentermin in der Türkei verhindert. Immerhin konnten sich aus der zweiten Reihe der deutschen Golfprofis Wolfgang Huget (69) und Kariem Baraka (70) empfehlen. Für Felix Lubenau (74), Christophe Günter (75), Stephan Wittkop (73), Thomas Gögele (77), Patrick Platz (77) und Marcel Siehm (75) dürfte es dagegen schwer werden, sich für das Wochenende zu qualifizieren.