Box-Comeback Schulz will in die Weltspitze
Halle - "Ich weiß selbst noch nicht, wie es ist, wenn ich in den Ring gehe", sagte Schulz vor dem heutigen Kampf (ab 22 Uhr/live bei RTL) gegen den US-Amerikaner. "Ich wollte den Kampf für mich, das ist anders als damals, als ich oft musste." Sechsmal insgesamt hatte er versucht, einen EM- oder WM-Titel zu gewinnen - und war stets gescheitert. Nach der schweren Niederlage gegen Wladimir Klitschko im September 1999 trat er zurück. Nun will er "zurück in die Weltspitze. Ich will mir einen Traum erfüllen", so Schulz.
Doch Weltformat sprechen ihm die Experten ab. "Axel war damals nicht Weltklasse, warum sollte er es nach sieben Jahren Pause sein?", fragt sich Meistertrainer Fritz Sdunek. Schulz' ehemaliger Promoter Wilfried Sauerland hatte im Vorfeld eine Zusammenarbeit abgelehnt.
"Diese Geschichte hat nichts mit dem Sport, den ich veranstalte, zu tun", sagt der Promoter und schließt in seine Kritik auch die Rückkehr von Henry Maske am 31. März ein: "Wer so lange raus ist wie die zwei, kann nie und nimmer wieder an sein altes Leistungsvermögen anknüpfen."
Doch all die Kritik konnte Schulz nicht von seinem Plan abhalten. Er bereitete sich seit Februar in Florida mit dem US-Trainer Rick Conti vor. Gegen den Rat seines Coaches hat er sogar auf Minto, Nummer 26 auf der Computerrangliste, als Gegner bestanden. "Ich will mich nicht selbst verarschen", so Schulz. Drei Millionen Euro soll er für den Kampf erhalten, zwei weitere Kämpfe sind bei RTL bereits optioniert. "Wenn ich gewinne, boxe ich weiter, wenn nicht, höre ich auf", erklärte Schulz: "Das ist der Punkt." Die Werbeinseln in den Ringpausen jedenfalls sind alle gebucht: 30 Sekunden kosten 74.400 Euro.
pav/sid