Box-Posse: Kampfrichter retten Halmich - DER SPIEGEL
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Box-Posse Kampfrichter retten Halmich

An ihrer erneuten Titelverteidigung hatte Regina Halmich kaum Freude. Beobachter waren sich einig: Die Herausforderin Elena Reid aus den USA hatte den Kampf klar dominiert. Doch die Jury sah ein Unentschieden, Halmich bleibt damit Weltmeisterin.
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Karlsruhe - Selbst Jean-Marcel Nartz, der Technische Leiter des Halmich-Boxstalls Universum, musste zugeben, dass die Deutsche nur durch das Wohlwollen der Ringrichter ihren WIBF-Titel im Fliegengewicht nicht verlor. "Von einem Skandalurteil zu sprechen, war sicher übertrieben. Aber in den USA hätte Regina ihren Gürtel nicht behalten", sagte Nartz gestern Abend.

Der belgische Kampfrichter hatte Reid (97:93) vorn gesehen, dessen ponischer Kollege entschied auf Unentschieden (97:97). Nur der deutsche Ringrichter votierte für Halmich (98:94). Viele der 5000 Zuschauer in der ausverkauften dm-Arena in Halmichs Heimatstadt Karlsruhe zeigten deutlich ihren Unmut. Sie pfiffen und buhten. Nach den Regeln des Boxverbandes reicht dem amtierenden Champion ein Remis zur Titelverteidigung.

"Ich glaube nicht, dass ich nach so vielen Monaten harter Arbeit nun hier stehen muss, um Buhrufe entgegenzunehmen", beschwerte sich Halmich über das Hallenmikrofon und sorgte dadurch für noch mehr Verärgerung im Saal.

"Mir war klar, dass es sehr, sehr eng war. Das Unentschieden geht in Ordnung. Ich hätte aber auch akzeptiert, wenn Elena einen Punkt mehr gehabt hätte", sagte Halmich nach ihrem 36. erfolgreichen WM-Kampf. Die 27-Jährige, die in 47 Profiduellen erstmals Unentschieden boxte (45 Siege/1 Remis/1 Niederlage), bot Reid sofort ein Rematch an.

"Sie ist immer wieder nach vorn gegangen und hat viel Druck gemacht", lobte Halmichs Trainer Torsten Schmitz die technisch starke Herausforderin aus den USA, "so haben wir uns das nicht vorgestellt. Wir sind noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen." Der amtierende Champion habe "nunmal immer einen Bonus", gab Halmich zum Besten.

"Ich muss wohl noch höher gewinnen, um wirklich zu siegen", sagte Reid unter Tränen. "Ich hoffe, ich habe ein paar Anhänger dazugewonnen und würde zu einem Rückkampf gerne wieder hierher kommen", fügte die 22-Jährige hinzu. Schon vor dem Richterspruch hatte Reid wohl geahnt, was auf sie zukommt, und schickte noch im Ring stehend ein Stoßgebet nach oben.