Box-WM Huck chancenlos gegen Cunningham
Bielefeld - Es hat nicht gereicht. Dabei ließ Jungsportler Marco Huck für seinen Titelkampf sogar Weihnachten ausfallen. "Für mich zählt nur der WM-Titel", hatte der in 19 Kämpfen Unbesiegte vor dem Duell gesagt. "Wenn ich den habe, kann ich noch genug feiern."
Daraus wird nun vorerst nichts: Huck unterlag. Es gelang ihm nicht, neben Arthur Abraham der zweite amtierende Weltmeister aus dem Berliner Sauerland-Stall zu werden. Zu Recht: Huck attackierte seinen acht Jahre älteren Rivalen zumeist mit ungestümen Aktionen, konnte den Titelverteidiger nicht aus dem Konzept bringen.
Der Amerikaner präsentierte sich in dem niveauarmen Gefecht in der Bielefelder Seidenstickerhalle vor 4000 Zuschauern als der vielseitigere und routiniertere Boxer. Kurz vor Ende der letzten Runde stand Huck nach mehreren Kopftreffern vor dem K.o. Trainer Wegner warf als Zeichen der Aufgabe das Handtuch.
Cunningham, 31, der für den mächtigen Promoter Don King boxt, feiert seinen 21. Sieg in 22 Kämpfen. Den Titel im Cruisergewicht hatte er erst im Mai in Polen vom alten Weltmeister Krzysztof Wlodarczyk durch einen Sieg nach Punkten erobert.
Huck holte 2003 seinen ersten Titel für die deutsche Kickbox-Nationalmannschaft in Paris. Damals kämpfte er noch unter seinem Geburtsnamen Muamer Hukic. Mit 18 Jahren wurde er jüngster Weltmeister im Vollkontakt.
Zehn Jahre zuvor war Huck zusammen mit seinen Eltern aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Bielefeld übergesiedelt. Nach 15 gewonnenen Amateurkämpfen für den BC Vorwärts Bielefeld wechselte er als Profi zum Berliner Sauerland-Stall. Mit einem Punktsieg im WM-Ausscheidungskampf über den Russen Wadim Tokarew im Mai in Bamberg stieg er zum offiziellen Herausforderer von Weltmeister Cunningham auf.
ssu/dpa