Box-WM Klitschko-Comeback vorerst verschoben
Hamburg - Ex-Boxweltmeister Witali Klitschko wird vorerst nicht gegen den WBC-Schwergewichts-Champion Oleg Maskajew um den Titel kämpfen. Nach monatelangen Verhandlungen einigten sich alle Beteiligten auf eine Verschiebung, sagte Klitschkos Berater Bernd Bönte heute. Maskajew werde nun zunächst gegen seinen Pflichtherausforderer Samuel Peter antreten. "Witali sieht das mit einem weinenden und einem lachenden Auge", sagte Bönte. Der WM-Kampf gegen den Sieger des Duells sei ihm schließlich sicher. "Das wird noch vor Jahresende sein", so Bönte. Der Kampf mit Klitschko sollte ursprünglich am 2. Juni in Moskau stattfinden.
"Da kamen verschiedene Gründe zusammen", sagte Bönte über den Hintergrund der Verschiebung. So habe es bis zuletzt Streit um finanzielle Forderungen Peters und Maskajews gegeben. Nun verzichtet Peter auf 2,5 Millionen Dollar, die ihm geboten wurden, damit er Klitschko den Vortritt lässt. Auch angesichts der schweren Erkrankung von Klitschkos Trainer Fritz Sdunek (bösartiges Geschwür an der Lippe) gehe die Verschiebung in Ordnung.
Noch einen Tag zuvor schien der Fight zwischen Klitschko und Maskajew perfekt. Doch nachdem Klitschko aufgrund der Erkrankung seines Trainers um eine Terminverlegung gebeten hatte, entschied sich Maskajews Promoter Dennis Rappaport für den Ausstieg: "Alles war klar, der Vertrag lag bereit. Wir reden seit acht Wochen und plötzlich weiß Klitschko nicht mehr, wann der Kampf stattfinden soll. Das ist unfassbar." Rappaport und Peters Promoter Dino Duva haben nun drei Wochen Zeit, einen Deal zu unterzeichnen. Sollten sich beide Seiten nicht einigen, wird der Dachverband WBC den Kampf an den höchstbietenden Promoter versteigern.
Unterdessen plant Klitschko für den Sommer einen Aufbaukampf in Deutschland. Der ältere der Klitschko-Brüder hatte am 9. November 2005 im Training einen Kreuzbandriss erlitten und daraufhin seine Karriere beendet. Mitte Januar hatte er sein Comeback angekündigt. Der Ukrainer hat 37 Profi-Kämpfe bestritten und 35 gewonnen, davon 34 durch K.o. Der promovierte Sportwissenschaftler bestritt bislang sieben WM-Kämpfe. Zwischen Juni 1999 und April 2000 war er WBO-Weltmeister, von April 2004 bis November 2005 WBC-Champion.
mig/dpa/sid