Box-WM: "Klitschko ist der kommende Champion" - DER SPIEGEL
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Box-WM "Klitschko ist der kommende Champion"

Nach dem souveränen K.o.-Sieg gegen Kirk Johnson gilt Box-Schwergewichtler Witalij Klitschko jetzt auch als Favorit auf den WM-Gürtel. Die englischen Medien empfehlen Titelverteidiger Lennox Lewis sogar den vorzeitigen Rücktritt.
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New York - "Lewis könnte einen Rücktritt als weise Entscheidung betrachten, nachdem er zuschauen musste, wie sein Rivale Klitschko in New York Johnson demolierte", heißt es im Boulevardblatt "Daily Mirror". Die angesehene Tageszeitung "The Guardian" stellt fest: "Klitschko sieht wie ein Champion aus."

Der in den Medien Gefeierte verabschiedete seine Frau Natalie nach Los Angeles, seinen Bruder Wladimir nach Hamburg. Ursprünglich wollte Witalij Klitschko auch gleich nach Deutschland zurück fliegen, um in der letzten Phase von Wladimirs Vorbereitung auf den Kampf am 20. Dezember in Kiel gegen den US-Amerikaner Danell Nicholson von Anbeginn mit dabei zu sein.

Doch nach dem Trubel infolge seines eindrucksvollen Sieges gegen Johnson verlängerte er seinen Aufenthalt in New York um einen Tag, um sich zu erholen. Bis weit in den Morgen hatte er nach seinem Sieg durch technischen K.o. in der zweiten Runde des WM-Ausscheidungskampfs gegen seinen dickbäuchigen Gegner aus Kanada zu tun, um im Madison Square Garden allen Interview-Wünschen gerecht zu werden.

"Bleibt Lewis am Strand von Jamaica liegen?"


Die zentrale Frage dabei war: Wird es bis Juni zur WM-Revanche gegen WBC-Weltmeister Lewis kommen? Dessen Trainer Emanuel Stewart glaubt daran. "Ich habe Lennox zu einem Rematch geraten, denn er ist diesen Kampf der Öffentlichkeit schuldig. Ich glaube, Lennox wird kämpfen", sagte Stewart in einem Interview mit "Sport1.de."

Jetzt müsse sich Lewis bewegen, schreibt die "New York Times": "Erscheint er zum zweitgrößten Zahltag seiner Karriere, der ihm etwa 20 Millionen Dollar bescheren würde, oder aber bleibt er am Strand in Jamaika liegen?" Klitschko jedenfalls habe seinen Job überzeugend erledigt. Die "New York Post" titelte: "Klitschko: Hallo Lennox - Witalij fordert, nachdem er Johnson verprügelt hat, den Champ heraus."

Der 32 Jahre alte Profi aus dem Hamburger Universum Boxstall habe bei seinem Warten auf ein erneutes Duell mit Lewis keine Zeit verschwendet, bemerkte die "Los Angeles Times": "In Kurzarbeit setzte Klitschko sein Zeichen fürs Rematch." Die "New York Daily News" prophezeite: "Wir haben in Klitschko den kommenden Schwergewichts-Champion gesehen."

Für Klitschko sind solche Komplimente Balsam für die Seele. "Nicht nur die amerikanischen Fans haben nach dem Fight gegen Chris Byrd gesagt, dass ich ein Weichei sei, kein Herz für einen Boxer habe. Nach dem Lewis-Kampf hat sich das jedoch total verkehrt. Viele Leute sind zu mir gekommen, haben sich entschuldigt, ihre Worte zurückgenommen und glauben seitdem an mich. Mit dem Sieg gegen Johnson habe ich sicher noch mehr Vertrauen gewonnen", sagte der 2,02 Meter große Boxer.

Sollte Lewis nicht zum zweiten Mal gegen ihn antreten wollen und seine Karriere beenden, würde der Ukrainer gegen den WBC-Weltranglisten-Zweiten Corrie Sanders aus Südafrika um den dann vakanten WM-Gürtel boxen. Sanders hatte im März dieses Jahres Witalijs Bruder Wladimir sensationell als WBO-Champion entthront.